Omega-3-Fettsäuren, zum Beispiel in Fischen, sollen einer neuen Analyse zufolge das Risiko einer Makuladegeneration, die häufig die Ursache für Blindheit ist, vermindern. In Fisch befinden sich vor allem langkettige Omega-3-Fettsäuren, zum Beispiel die Alpha-Linolensäure, Dokosahexaensäure und Eicosapentaensäure.

Von besonderem Interesse für die Wissenschaft ist die Dokosahexaensäure. In der Retina befindet sich nämlich ein hoher Anteil an dieser langkettigen Fettsäure. Man hat daraus geschlossen, dass Menschen, die gerne Fisch essen, seltener an einer Makuladegeneration erkranken müssten als Fischverächter.

Das hat nun eine Meta-Analyse geprüft, welche die Daten von neun Studien mit insgesamt 88.974 Teilnehmern umfasste. Bei 3.203 Personen trat eine Makuladegeneration auf. Als man diese Fälle mit den Ernährungsgewohnheiten der Probanden abglich, zeigte sich, dass ein hoher Verzehr von Omega-3-Fettsäuren tatsächlich das Risiko einer Makuladegeneration im höheren Lebensalter vermindert.

Genauer: Wer mindestens zwei Mal pro Woche Fisch isst, senkt sein Risiko, im späten Alter an einer Makuladegeneration zu erkranken, um 33 Prozent. Das Risiko, bereits im mittleren Lebensalter von dieser Erkrankung betroffen zu sein, sinkt um 24 Prozent.

Allerdings weisen die Studienleiter darauf hin, dass ihre Ergebnisse nur Anhaltspunkte liefern können: Unter den analysierten Studien waren nur wenige prospektive Studien zu dieser Frage und keine randomisierten klinischen Studien. Ob Fischkonsum tatsächlich vor einer Makuladegeneration schützt, müssen große prospektive Studien zeigen.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Ophthalmologie 2008, Vol. 126, S. 826-833