Fitness-Verhalten analysiert

Foto: Mann beim Fitness-Training

Erfolgreiche Fitnessstudios kennen
die Bedürfnisse ihrer Kunden;
© B. Römmelt/FSU

"Wir haben herausgefunden, dass es 'den fitnessinteressierten Studenten' per se nicht gibt", sagt Professor Frank Daumann vom Jenaer Institut für Sportwissenschaft. Insgesamt konnten er und seine Mitarbeiter fünf Gruppen voneinander abgrenzen. Die mit 33 Prozent weitaus größte Gruppe der sogenannten "Wellness & Health Socializer" ist aus gesundheitsorientierten Motiven am Fitnesssport interessiert und nutzt neben Gruppentraining, Wellnessangeboten und Kardiogeräten das Studio auch als soziale Plattform. "Da der größte Teil von ihnen momentan nicht an ein Studio gebunden ist, ist diese Gruppe ökonomisch äußerst interessant", so Daumanns Mitarbeiter Benedikt Römmelt.

Als weitere Gruppen haben die Jenaer Wissenschaftler die mit neun Prozent kleinste Gruppe der "preisbewussten Pumper", die 28 Prozent umfassende Gruppe der "Fitnessindividualisten", die 19 Prozent zählende Gruppe der "Eisenjungs" und die "Kardio-Puristen", die hauptsächlich Kardiogeräte nutzen und denen 11 Prozent der fitnessinteressierten Studierenden zuzurechnen sind, identifiziert. Außerdem wurde von allen Befragten das Alter, monatliches Budget und die derzeitige Studiobindung analysiert.

"Gerade in einer Gesellschaft mit zunehmenden Individualisierungstendenzen wie der unseren muss ein Anbieter die heterogenen Bedürfnisse der Kunden kennen", sagt Daumann. "Um sich ökonomisch vorteilhaft im Wettbewerb positionieren zu können, ist das unverzichtbar", so Daumann weiter. "Undifferenziertes Massenmarketing nach dem Gießkannenprinzip, bei dem ein Produkt für alle Kunden angeboten wird, funktioniert heute in kaum einer Branche mehr", ist sich Daumann sicher.

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena