Die Menge gespeicherten Glykogens im Muskel beeinflusst die sportliche Leistungsfähigkeit. Nimmt der Sportler erst später als zwei Stunden nach dem Ende der sportlichen Betätigung wieder Kohlenhydrate zu sich, so kann das die Rate der Glykogen-Resynthese im Muskel um die Hälfte senken.

In einer kleinen Studie wurde nun der Effekt dreier verschiedener Flüssigkeiten bei neun trainierten Ausdauersportlern untersucht. Alle Athleten absolvierten ein spezielles Training auf dem Trainingrad. Danach ruhten sie vier Stunden, gefolgt von einer Ausdauerübung, welche ungefähr 70 Prozent des maximalen Sauerstoffverbrauchs der Athleten forderte. Diese Übung wurde bis zur Erschöpfung der Probanden durchgeführt.

In einem einfach-verblindeten Studiendesign tranken die Männer sofort nach den Übungen und noch einmal zwei Stunden später gleiche Mengen an Milchschokolade oder einen Drink zur Flüssigkeitssubstitution (fluid replacement drink: FR) oder einen Drink mit Kohlenhydraten (carbohydrate replacement drink: CR). Das Schokoladengetränk und das CR enthielten aquivalente Mengen an Kohlenhydraten.

Die Zeit bis zur Erschöpfung der Athleten sowie die geleistete absolute Ausdauerarbeit war unter dem Schokoladengetränk sowie unter FR signifikant größer als unter CR (p kleiner 0.05). Jeweils 49 Prozent beziehungsweise 54 Prozent länger konnten die Probanden radeln, wenn sie die Schokoladenmilch beziehungsweise FR getrunken hatten im Vergleich zu CR. Bezüglich der Herzfrequenz und der Laktatspiegel nach den Übungen zeigte sich kein Unterschied zwischen den drei Getränken.

Auch wenn die Studie Schwächen hatte, wie die Studienleiter offen schreiben, so zeigt ihre Untersuchung doch, dass es nicht immer das teure Spezialgetränk nach dem Sport sein muss. Eine einfache Schokoladenmilch tut es ebenso gut.

MEDICA.de; Quelle: Int J Sport Nutr Exerc Metab 2006, Vol. 16, S. 78-91