Fluoreszenzlicht erleichtert die Unterscheidung

Wenn Polypen selber leuchten
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Wissenschaftler vom Department of General and Vascular Surgery am Gartnavel General Hospital in Glasgow, Schottland, untersuchten jetzt 47 Patienten für eine Studie, die sie bei der Jahreskonferenz der "American Society of Colon and Rectal Surgeons" vorstellten. Für diese Studie benutzten die Forscher ein spezielles endoskopisches System, das Lichteinheiten entdecken kann, die von Fluorophoren im Zellgewebe abgegeben werden.

Da Autofluoreszenz durch die Dicke und den Grad der Vaskularisation beeinflusst wird, kann der Grad der empfangenen autofluoresziernden Aktivität etwas über den Zustand und die Beschaffenheit des Gewebes aussagen. Mit dieser Technik wird bereits das Lungengewebe untersucht. Die Verwendung in der Kolonoskopie befindet sich noch im experimentellen Stadium.

Bei den 47 Probanden der Studie setzte man sowohl das übliche weiße Licht als auch Autofluoreszenztechniken ein. Insgesamt wurden 33 Polypen entdeckt. 19 von ihnen waren adenomatös und 14 hyperplastisch, was man durch eine Biopsie nachwies.

Mit Hilfe der Autofluoreszenz konnten die Wissenschaftler zwischen adenomatösen und hyperplastischen Polypen unterscheiden. Diese Befunde korrelierten mit dem histologischen Ergebnis. Damit könnte diese Technik helfen, die möglicherweise harmloseren hyperplastischen von den potentiell malignen adenomatösen Polypen zu unterscheiden. Dies würde bedeuten, dass weniger Polypen operativ entfernt und damit die Kosten gesenkt würden.

Allerdings gab es auch Kritik an dieser Studie. Wenn es nicht gelinge, mit Hilfe der Autofluoreszenz 100prozentig zwischen diesen beiden Polypentypen zu unterscheiden, sei diese Technik nicht von Bedeutung, war zu hören. Außerdem ist umstritten, ob hyperplastische Polypen tatsächlich harmlos sind. Möglicherweise müssen sie ohnehin herausoperiert werden.

MEDICA.de; Quelle: American Society of Colon and Rectal Surgeons (ASCRS) 2006 Annual Meeting: Session S25