Folsäure im Mehl verbessert Vitaminversorgung

Folsäure enthält vielleicht bald
unser täglich Brot
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Jedes Jahr kommen in Deutschland 500 bis 800 Säuglinge mit Neuralrohrdefekten zur Welt. Ein wirksames Mittel, die Zahl der Neuralrohrdefekte zu verringern, besteht in der Verbesserung der Versorgung mit dem Vitamin Folsäure.

Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass die Folsäurezufuhr selbst bei ausgewogener Ernährung generell zu niedrig ist und deshalb supplementiert werden sollte.

Seit zehn Jahren wird Frauen mit Kinderwunsch empfohlen, folsäurehaltige Supplemente in Form von Tabletten einzunehmen. Dies hatte bislang aber weder in Deutschland noch in einem anderen Staat einen ausreichenden Erfolg.

Um die Versorgungslage flächendeckend zu verbessern, werden in mehreren Staaten Grundnahrungsmittel mit Folsäure angereichert. Auch in Deutschland werden viele Lebensmittel mit Folsäure angereichert. Da aber nicht alle Bevölkerungsgruppen diese Lebensmittel regelmäßig konsumieren, wäre es wirkungsvoller, ausgewählte Grundnahrungsmittel wie Mehl beziehungsweise Brot mit Folsäure anzureichern, wie dies zum Beispiel in den USA und Kanada erfolgreich praktiziert wird.

Hier konnte mit einer vergleichsweise geringen Anreicherung von 140 Mikrogramm Folsäure pro 100 g Mehl eine Reduktion von Neuralrohrdefekten um 20 bis 50 Prozent erreicht werden.

Die Simulation für Deutschland zeigt, dass nur ein sehr geringer Prozentsatz der Bevölkerung die empfohlene sichere Gesamtzufuhrmenge überschreiten würde. Das wäre aber ausschließlich auf den gleichzeitigen Konsum hochangereicherter Lebensmittel zurückzuführen.

Die bislang unkontrollierte Anreicherung anderer Lebensmittel sollte daher begrenzt werden. Für ein optimales Versorgungsniveau zur Verhütung von Neuralrohrdefekten würde allerdings auch weiterhin allen Frauen mit Kinderwunsch die zusätzliche Einnahme von Supplementen empfohlen.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung Jahreskongress 2005