Zu den wichtigsten Merkmalen einer Präeklampsie gehört die Hypertonie in Verbindung mit einer Proteinurie. Etwa fünf Prozent aller Schwangerschaften weltweit sollen davon betroffen sein. Die Präeklampsie gehört zu den wichtigsten Ursachen mütterlicher und neonataler Morbidität und Mortalität. Auch wenn Mutter und Kind dies überleben, so steigt doch bei beiden das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen im späteren Leben. Verschiedene Studien haben darauf hingedeutet, dass Folsäure möglicherweise gegen eine Präeklampsie schützt. Dieser These sind jetzt Wissenschaftler unter der Leitung von Dr. Shi Wu Wen, University of Ottawa, Kanada, nachgegangen.

Prospektiv untersuchten sie 2.951 Frauen, die sich zwischen der zwölften und 20. Schwangerschaftswoche an ihrer Klinik vorstellten. Die meisten dieser Frauen, nämlich 2.713 (92 Prozent) nahmen zu diesem Zeitpunkt Folsäure ein, entweder als einzelnes Präparat oder im Rahmen eines Multivitaminpräparates. Die Dosis lag bei 1,0 Milligramm oder höher.

Als man die Präeklampsie-Raten verglich, zeigte sich, dass 2,17 Prozent aller Frauen, die Folsäure einnahmen, an einer Präeklampsie erkrankten. In der Gruppe jener Frauen, die auf Folsäure verzichteten, traf es dagegen 5,04 Prozent, also mehr als doppelt so viele, relativ gesehen.

Noch deutlicher wurde dieser Vorteil, als die Studiengruppe diese Ergebnisse vor dem Hintergrund möglicher Störfaktoren wie Alter, ethnische Herkunft, Schulbildung, Body Mass Index, Einkommen, Raucherstatus, Hypertonie, Diabetes mellitus und anderen untersuchte. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren senkt die Einnahme von Folsäure das Präeklampsie-Risiko sogar um zwei Drittel.

Dieses Ergebnis ist unabhängig davon, ob die Mütter bereits vor oder erst nach der Empfängnis Folsäure einnehmen oder bis zur Geburt durchhalten.

MEDICA.de; Quelle: American Journal of Obstetrics and Gynecology 2008, Vol. 198, S. 45.e1-45.e7