Frauen, die schwanger werden wollen oder bereits sind, wird von den Ärzten meist geraten, Folsäuresupplemente einzunehmen. Folsäure senkt das Risiko von Neuralrohrdefekten beim Neugeborenen. Allerdings hatten einige Wissenschaftler die Besorgnis geäußert, dass Folsäuresupplemente für Gendefekte beim Baby verantwortlich sein könnten, genauer gesagt für eine Mutation des Methylentetrahydrofolat-Reductase-Gens (MTHFR), welches für die Metabolisierung von Folsäure im Körper sorgt.

Entwarnung gibt jetzt eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Paul Haggarty vom Rowett Research Institute in Aberdeen, Großbritannien. Diese Arbeitsgruppe analysierte die MTHFR-Genotypen von Frauen und deren Neugeborenen bevor und nachdem den Frauen die Einnahme von Folsäurepräparaten empfohlen worden war. Außerdem bestimmten die Studienleiter die Vitamin B12- und Folsäurespiegel bei Mutter und Kind.

Beruhigendes Ergebnis der Studie: Nach der Einnahme von Folsäure hatte sich bei den Müttern wie auch den Kindern die Frequenz bestimmter Genotypen des MTHFR-Gens nicht verändert. Auch der Folsäurespiegel im Blut der Mutter hatte keinen Einfluss darauf; ebenso wenig die Einnahme von Vitamin B12.

Haggarty will auf der Basis dieser Studienergebnisse an der dringenden Empfehlung festhalten, dass werdende Mütter Folsäure einnehmen sollten. Der Nutzen solcher Folsäurepräparate sei eindeutig nachgewiesen. Solange es keine harten Daten gibt, die solchen Folsäurepräparaten einen schädlichen Einfluss nachweisen, gibt es nach Haggartys Einschätzung keinen Grund, von dieser Empfehlung abzuweichen.

MEDICA.de; Quelle: BJOG 2008; Vol. 115, S. 851-856