Bild: Spritze in den Bauch 
Bald könnte Typ-2-Diabetikern
eine Spritze im Monat genügen
© Ursula Meisser

Seit 10 Jahren arbeitet die Forschungsgruppe von Marc Donath, Professor für Endokrinologie an der Universität Zürich und am Universitätsspital, am besseren Verständnis von Diabetes, mit dem Ziel, dieses wirksamer bekämpfen zu können. Bei Diabetes Typ 2 führt das Überangebot an Nährstoffen, vor allem Glukose, zu einem Versagen und Absterben der insulinproduzierenden Zellen. Die Gruppe von Marc Donath konnte zeigen, dass der Vermittler dieses Versagens ein Molekül namens Interleukin-1-Beta ist.

Basierend auf dieser Erkenntnis setzte die Gruppe ihre Arbeit mit dem Versuch fort, diesem Interleukin-1-Beta entgegenzuwirken. Vor drei Jahren initiierte Marc Donath eine Studie an 70 Patientinnen und Patienten. In einer placebokontrollierten Studie erhielt die eine Hälfte der Patientinnen und Patienten einen Blocker von Interleukin-1-Beta und die andere Hälfte ein Placebo.

Bei den therapierten Patienten und Patientinnen zeigte sich bereits nach einer Woche eine deutliche Verbesserung des Blutzuckerstoffwechsels, die während der gesamten Studiendauer von drei Monaten anhielt. Die neue Therapie wurde außerordentlich gut toleriert bis auf eine lediglich leichte und vorübergehende Rötung an der Einspritzstelle. Dabei wurde nicht nur die Insulinproduktion verbessert, sondern auch spezifische Entzündungsfaktoren gehemmt, die auch für Komplikationen von Diabetes, wie zum Beispiel im Herz-/Kreislaufbereich, eine Rolle spielen.

Diese Entdeckung eröffnet mehrere attraktive Perspektiven: Zum ersten Mal kann durch die Blockierung eines ursächlichen Faktors der Krankheit, deren Fortschreiten gebremst werden. Es existieren bereits Langzeit-Interleukin-1-Beta-Blocker, die es erlauben werden, den Diabetes mit ein- bis dreimonatlichen Spritzen zu behandeln anstelle der heute erforderlichen mehrmals täglichen Medikamenten-Einnahme.

MEDICA.de; Quelle: Universität Zürich