Forscher stellen 240.000-faches Erdmagnetfeld vor

Kein neuer Boiler, vielmehr das
neue 12-Tesla-Spektrometer
der GSF; © GSF

Mit einer Magnetfeldstärke von 12 Tesla, einem Magnetdurchmesser von eineinhalb Metern und dreieinhalb Tonnen Gewicht beeindruckt das FTICR-MS schon allein durch seine äußere Erscheinung. Zudem überzeugt es durch ein extrem hohes Massenauflösungsvermögen, Massengenauigkeit sowie die Fähigkeit zur Kombination mit verschiedenen, mehrstufigen Fragmentierungstechniken.

Im Unterschied zu konventioneller Massenspektrometrie ist gerade für die Untersuchung komplexer Gemische aus der natürlichen Umwelt genauerer Blick auf Einzelfragen möglich, wie beispielsweise die Bestimmung von Summenformeln tausender Komponenten.

"In der GSF wollen wir das FTICR-MS mit Schwerpunkt auf die Analytik umweltrelevanter Prozesse in Bezug zur Gesundheit des Menschen einsetzen", so der Arbeitsgruppenleiter. Der Fokus soll dabei vor allem auf dem Identifizieren bislang noch unbekannter Verbindungen und Metaboliten liegen.

Während die Ionen in der konventionellen Massenspektrometrie generell eher kurze Wege bis zur Detektion zurücklegen, können mittels FTICR-MS die Ionen in Kreisbahnen gehalten und deren Massen hochgenau aus Umlauffrequenzen ermittelt werden. Auf gleiche Weise gelingt zudem die Analyse von Ion-Molekülreaktionen.

Erster Gegenstand der Ermittlungen sollen die mikrobiellen und pflanzlichen Signalstoffe sowie Metaboliten in der Wurzelzone sein. Auch sollen Biomarker, die mit Krankheitsbildern assoziiert sind, identifiziert werden. Auf lange Sicht soll die Untersuchung von natürlichen organischen Substanzen aus Böden, Gewässern, marinen Systemen und Grundwässern mittels ultrahochauflösender FTICR Massenspektrometrie auf eine qualitativ völlig neue Ebene angehoben werden.

MEDICA.de; Quelle: GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit