Forscher züchten Gewebe aus Leberzellen

Die Forscher legen die menschlichen Leberzellen in auflösbare Trägersubstanzen, ähnlich dem Material für selbstauflösende chirurgische Nahtmaterialien. Die Leberzellen bilden rundliche Gewebeverbände, die so aussehen und sich so verhalten wie normales Lebergewebe. Die primären menschlichen Hepatozyten (Leberzellen) bilden ein intaktes Lebergewebe in drei-dimensionaler Zellkultur.

Leberzelltransplantation wird aktuell stark beforscht. Bis dato werden allerdings vor allem aus Lebergewebe isolierte Leberzellen transplantiert. Unter dem Isolationsakt und der Aufbewahrung im eingefrorenen Zustand leiden die Zellen. Dies ist einer der Gründe dafür, dass die Leberzelltransplantation bisher wenig Erfolg gezeigt hat.

Die Bildung von neuem Lebergewebe vor der Transplantation könnte einige dieser Probleme lösen und damit die Ergebnisse der Leberzelltransplantation verbessern. Neu formiertes Lebergewebe, oder miteinander zusammengewachsene Leberzellen, könnten zu verbesserten Ergebnissen nach der Transplantation im Vergleich zur Transplantation von Leberzellsuspensionen führen. Patienten mit Stoffwechselerkrankungen der Leber oder akutem Leberversagen könnten dann mit einer Lebergewebe-Transplantation anstatt mit einer Lebertransplantation behandelt werden.


MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf