Forschung nach besseren Wirkstoffen ausgezeichnet

Preis für Diabetes-Forschung;
© Ruhr-Universität Bochum

Der mit 5000 Euro dotierte Preis wird von der Nordrhein- Westfälischen Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie für die beste klinische und experimentelle Arbeit auf diesem Gebiet verliehen. Dr. Schneider konnte nachweisen, dass eine abgewandelte Form des gängigen Wirkstoffs Glibenclamid wahrscheinlich ein geringeres Risiko an Unterzuckerung mit sich bringt.

Beim Typ-II-Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse zwar noch Insulin, das der Körper zur Aufnahme von Zucker aus dem Blut benötigt, aber die Ausschüttung erfolgt zu langsam oder zur falschen Zeit. Wenn das Problem durch Diät und Bewegung nicht mehr in den Griff zu bekommen ist, kommt häufig der Wirkstoff Glibenclamid zum Einsatz. Er dockt an bestimmte Rezeptoren der insulinproduzierenden Zellen an und regt die Bauchspeicheldrüse so zur verstärkten Ausschüttung von Insulin an. Allerdings dauert die Wirkung von Glibenclamid lange an und sorgt auch dann noch für eine vermehrte Insulinproduktion, wenn der Blutzuckerspiegel nicht mehr zu hoch ist: Es droht eine Unterzuckerung (Hypoglykämie).

Um diese Nebenwirkung zu vermindern, veränderte Dr. Schneider das Glibenclamid-Molekül. Vorangehende Studien hatten Hinweise darauf gegeben, dass bestimmte kleine Veränderungen das Verhalten des Wirkstoffs im Körper entscheidend beeinflussen können. Die Teile des Moleküls, die für die Bindung an den Rezeptor der insulinproduzierenden Zellen verantwortlich sind, wurden nicht verändert. Tests mit dem veränderten Wirkstoff ergaben eine ebenso gute Bindung an den Rezeptor wie der ursprüngliche Stoff. Die Versuche zeigten aber auch eine signifikant kürzere hypoglykämischen Wirkung und schnellere Klärung im Vergleich zur Ursprungssubstanz. Dieses Ergebnis zeigt, dass das neue Molekül ein hohes Potential für die Synthese neuer kurzwirksamer Antidiabetika bietet.

MEDICA.de; Quelle: Ruhr-Universität Bochum