Forschung nach neuen Wirkstoffen

Mukoviszidose, auch Cystische Fibrose (CF) genannt, ist die häufigste angeborene Stoffwechselerkrankung in Europa. Bis heute ist die Krankheit unheilbar und endet tödlich. Dank verbesserter Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten stieg die Lebenserwartung von Patienten in den letzten Jahren an. Infektionskrankheiten, insbesondere bakterielle Infektionen der Lunge, beeinträchtigen jedoch weiterhin die Lebensqualität von CF-Patienten.

Am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene des Klinikums der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main wird unter der Leitung von Doktor Thomas A. Wichelhaus in den nächsten zweieinhalb Jahren ein neuer antiinfektiver Wirkstoff erforscht und seine in-vitro- und in-vivo-Aktivität gegen bakterielle Krankheitserreger evaluiert.

CF-relevante bakterielle Infektionserreger zeichnen sich häufig durch eine ausgeprägte Antibiotikaresistenz aus. Sie können Bakterien schützende Biofilme ausbilden und als widerstandsfähige Bakterien- Varianten, so genannten "small colony variants" (SCVs), den Infektionsprozess aufrechterhalten. Die Erreger entziehen sich auf diese Weise häufig der Keim abtötenden Wirkung von Folsäureantagonisten, in der klinischen Praxis häufig gebräuchlichen Antibiotika, indem sie Thymidin aufnehmen, das in diversen Körpersekreten nachweisbar ist.

Erste Resultate des Projektleiters Wichelhaus deuten darauf hin, dass durch eine Blockade der bakteriellen Thymidinaufnahme die Wirkung des Antibiotikums wiederhergestellt werden kann. Ziel des Forschungsprojektes ist es, eine antiinfektive Wirkstoffkombination zu entwickeln, die sowohl aus einem Folsäureantagonist als auch aus einem Thymidinaufnahme-Blocker besteht, um optimierte Therapiestrategien bei der Behandlung von Infektionskrankheiten, insbesondere bakterielle Lungeninfektionen, zu ermöglichen.

MEDICA.de; Quelle: Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main