Forschung zur Genetik ausgezeichnet

Schwere Entzugssyndrome bei Alkoholkranken münden in manchen Fällen in ein Delirium tremens. Der Neurotransmitter Glutamat ist möglicherweise signifikant daran beteiligt.

Das Delirium tremens - oder kurz Delir - stellt eine ernste und potentiell lebensbedrohende Komplikation bei einer länger bestehenden Alkoholabhängigkeit dar. Ein Delir ist charakterisiert durch gleichzeitig bestehende Störungen des Bewusstseins und der Aufmerksamkeit, der Wahrnehmung, des Denkens, des Gedächtnisses, der Psychomotorik, der Emotionalität und des Schlaf- Wach-Rhythmus.

Neurotransmitter sind Stoffe, die Informationen von einer Nervenzelle zur anderen übertragen. Glutamat ist der wichtigste erregende Transmitter im zentralen Nervensystem (ZNS). Nahezu alle Transmittersysteme des ZNS werden durch Alkohol beeinflusst, besonders aber Glutamat wird durch Alkohol gehemmt. Die Informationsübermittlung in den Nervenzellen ist dadurch gestört.

Eine genetische Variante des Glutamats konnte durch Preuss vom Universitätsklinikum Halle (Saale) mit dem Risiko für das Auftreten des Delir in Verbindung gebracht werden. Diese genetische Variante ist bei Personen mit Delirium tremens deutlich häufiger aufgetreten als bei der Kontrollstichprobe Alkoholabhängiger ohne Delir.

MEDICA.de; Quelle: Martin-Luther-Universität