15.06.2010

Drägerwerk AG & Co. KGaA - Unternehmensbereich Medizintechnik

Forschungsgruppe aus Dresden erhält „Dräger Award for Intensive Care Medicine“

Lübeck – Auf dem diesjährigen Kongress der Europäischen Gesellschaft für Anästhesiologie (ESA), der Euroanaesthesia 2010 in Helsinki, hat die ESA zum vierten Mal den „Dräger Award for Intensive Care Medicine” vergeben. Der Preis ging an die Pulmonary Engineering Group um Professor Marcelo Gama de Abreu , Leiter für klinische und experimentelle Forschung an der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden. Die Gruppe erhielt die Auszeichnung für ihre Laborforschungsarbeit unter dem Titel „Variable tidal volumes improve lung protective ventilation strategies in experimental lung injury”. Gestiftet wurde der mit 10.000 Euro dotierte Preis von Dräger, einem international führenden Konzern der Medizin- und Sicherheitstechnik.

Professor Benedikt Pannen, Vorsitzender des Ausschusses für wissenschaftliche Programme der ESA, und Oliver Rosenthal, Leiter des strategischen Geschäftsfeldes Anästhesie bei Dräger, überreichten den Preis im Rahmen der Eröffnungsfeier des Kongresses an Professor Gama de Abreu. „Mit dem „Dräger Award for Intensive Care Medicine” zeichnet Dräger wissenschaftliche Forschung aus und unterstützt den Fortschritt im Bereich der Intensivmedizin”, erklärte Rosenthal. Der Preis wird jährlich vergeben und richtet sich an bedeutsame europäische Forschungsprojekte im Bereich der Intensivmedizin.
In diesem Jahr hat der ESA-Unterausschuss für die Vergabe des Dräger-Preises den Preis einer Arbeitsgruppe aus Dresden zuerkannt. Die prämierte Laborforschung der Gruppe um Professor Gama de Abreu zeigt, dass die protektive mechanische Beatmung über den gegenwärtigen, vom ARDS-Netzwerk (schweres akutes Lungenversagen) gesetzten Standard hinaus verbessert werden kann. Auch die als Open Lung Concept bezeichnete Beatmung kann optimiert werden. „Wir haben festgestellt, dass variable Atemhubvolumina in Kombination mit verschiedenen protektiven Beatmungsstrategien die Respirationsfunktion bei einem akuten Lungenversagen verbessern und ein beatmungsbedingtes Lungenversagen verringern kann”, erläutert Professor Marcelo Gama de Abreu. Die Forschungsgruppe hat die erste Studie durchgeführt, in der belegt wurde, dass variable Atemhubvolumina die lungenhistologische Schädigung dämpfen können. Variable Atemhubvolumina verhindern zudem, dass die Genexpression ansteigt und proinflammatorische Marker für ein Lungenversagen ausgeschüttet werden.

Als Vorsitzender des Unterausschusses für die Vergabe des Dräger-Preises hat Dr. César Aldecoa Alvares Santullano, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Hospital Universitario Rio Hortega, Valladolid, Spanien, hervorgehoben, dass es sich bei dem prämierten Forschungsprojekt um eine hochwertige wissenschaftliche Studie zur Behandlung von akutem Lungenversagen handelt. Die Ergebnisse würden über die gegenwärtigen Standards hinaus eine führende Rolle in der künftigen klinischen Praxis spielen, so Santullano.