Seine international beachteten Forschungsarbeiten einer zielgerichteten, molekularen Therapie der akuten Leukämien werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Deutschen Krebshilfe, der José-Carreras-Leukämie-Stiftung und der Wilhelm-Sander-Stiftung gefördert.

Den Johann-Georg-Zimmermann-Preis 2005/2006 erhält Dr. Müller-Tidow für seine umfangreichen Arbeiten zur Erforschung genetischer Ursachen bei Krebserkrankungen wie dem Lungenkrebs und der akuten myeloischen Leukämie (AML) und die Entwicklung entsprechender molekularer Behandlungsstrategien.

Die molekularen Mechanismen bei AML, die bei der Entstehung der Krankheit eine Rolle spielen, sind bislang noch weitgehend ungeklärt. Bekannt ist allerdings, dass eine Vielzahl von genetischen Veränderungen in blutbildenden Vorläuferzellen an der Entstehung der AML beteiligt sind. Diese Gen-Mutationen führen dazu, dass unreife, sich abnorm vermehrende bösartige Knochenmarksvorläuferzellen das Knochenmark durchsetzen und die normale Blutbildung verdrängen.

"Mit modernen molekularbiologischen Ansätzen identifizieren wir die Gene, die für die Entstehung der Leukämie verantwortlich sind", erläutert Preisträger Dr. Müller-Tidow, der vor sechs Jahren gemeinsam mit Professor Dr. Hubert Serve begonnen hat, die internationale Arbeitsgruppe für molekularbiologische Hämatologie/Onkologie an der Medizinischen Klinik A des Universitätsklinikum Münster aufzubauen.

Die Arbeitsgruppe untersucht die Funktionen dieser Gene und Therapieansätze, um diese Gene gezielt in Leukämiezellen abzuschalten. Die Münsteraner Wissenschaftler gehen davon aus, dass die neuen Behandlungsstrategien weniger schädliche Nebenwirkungen mit sich bringen werden als bisher verfügbare Therapieformen und somit die Heilungschancen langfristig erhöhen.

MEDICA.de; Quelle: Medizinische Hochschule Hannover