Der Forschungspreis ist weltweit erstmals der neurologischen Rehabilitation und wirkungsvollen Therapieansätzen gewidmet. Dabei geht es vor allem um Menschen nach einem Schädel-Hirn-Traumata und Schlaganfällen. An dem von der Fürst Donnersmarck- Stiftung ausgelobten Forschungspreis "Nachklinische Rehabilitation von Menschen mit Hirnschädigungen" haben sich über 30 internationale Wissenschaftler und Teams beteiligt. Bruce Dobkin, renommierter Professor für Neurologie an der University of California Los Angeles, erhielt für sein Lebenswerk einen Sonderpreis (10.000 Euro).

Prof. Martin Lotze von der Universität Greifswald analysierte zunächst Veränderungen der Gehirnaktivität beim Bewegungstraining bei gesunden Teilnehmern und anschließend bei Patienten mit Gehirnschädigungen mittels Verfahren der funktionellen Bildgebung (Kernspintomographie). Dies lässt Rückschlüsse zu, welche motorischen Areale im Gehirn für die Aktivierung der Funktionen von hoher Relevanz sind. Durch eine innovative Kombination von funktioneller Bildgebung und transkranieller Magnetstimulation (TMS) ist es ferner möglich geworden, Aussagen darüber zu treffen, welche Gehirnregionen im Einzelfall beim Patienten wichtig sind für seine individuelle Rehabilitation.

Dr. Claudia Weiand aus Magdeburg verglich in einer klinischen Studie unterschiedliche neuropsychologische Behandlungsmethoden. Sie zeigte auf, dass ein Therapieverfahren, das an den Anforderungen des Alltags orientiert ist, wirkungsvoller zur gezielten Behandlung geistiger Störungen eingesetzt werden kann. Eine authentische Methodik erleichtert es den Betroffenen, Übungseffekte aus der Therapie bei der Rückkehr ins normale Leben zu übernehmen.

Die Fürst Donnersmarck-Stiftung feiert in diesem Jahr ihr 90-jähriges Jubiläum.

MEDICA.de; Quelle: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald