Französische Wissenschaftler stellten auf der "12th Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections" Daten einer Studie ("ART-LINC") mit 3.000 Infizierten aus zwölf Entwicklungsländern vor. Im Vergleich zu einer älteren Studie, welche die HAART-Ansprechrate in Entwicklungsländern zeigte ("ART-CC") konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass sich die Zahl der CD4+-Zellen nach Therapiebeginn in den Entwicklungsländern ebenso stark erhöhte wie in den Industrienationen (92 versus 90).

Außerdem stieg die Zahl der Patienten mit nicht nachweisbarer Virämie im gleichen Maße (71,4 Prozent versus 72,2 Prozent). Allerdings waren in den Entwicklungsländern 5,8 Prozent der Patienten ein Jahr nach HAART-Therapiebeginn verstorben. In den Industrienationen lag dieser Prozentsatz nur bei 1,6 Prozent. Möglicherweise, so vermutet der Studienautor, sterben in den Entwicklungsländern mehr dieser Patienten an opportunistischen Infektionen.

Eine weitere Studie zeigte die Effektivität einer Kombination aus Zidovudin, Lamivudin und Tenofovir in Kampala/Uganda. Alle 220 Patienten dieser Studie waren zu Beginn therapie-naiv und zeigten eine starke Virämie (mehr als 300.000 Kopien/ml). Bereits vier Wochen nach Beginn der Dreier-Therapie war diese Virämie stark gesunken. Nach vier Wochen hatten 54 Prozent der Patienten weniger als 50 Kopien/ml und 72 Prozent weniger als 400 Kopien/ml.

Diese und andere Studien, die zum Teil von Wissenschaftlern aus Entwicklungsländern vorgestellt wurden, zeigen nach Ansicht dieser Experten, dass man die westliche HAART-Therapie durchaus auf Länder mit geringen finanziellen Ressourcen übertragen kann.

MEDICA.de; Quelle: 12th Conference on Retroviruses and Opportunistic Infection Abstracts 22 and 23