Frösche helfen bei der Nierenforschung

Ein Frosch besitzt ähnliche
Signalwege wie der Mensch
© Hemera

Familiäre Nierenerkrankungen, insbesondere solche mit Zystenbildung, gehören laut Nephrologen zu den häufigsten Erbkrankheiten des Menschen. Zwar wurde in den letzten Jahren eine Reihe von Genen identifiziert, bisher sei aber unklar, auf welchem Wege es zur Bildung der Zysten in der Niere kommt.

Die Arbeitsgruppe von Professor Dr. Gerd Walz, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Nephrologie und Allgemeinmedizin, fand nun heraus, dass ein nicht gehemmter Wachstumsstimulus während der Embryogenese zu Nierenzysten führen kann.

In der normalen Entwicklung der Nieren sorge ein Protein mit Namen Inversin dafür, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt der Wachstumsstimulus, der die so genannte Wnt-Signalkaskade aktiviert, abgeschaltet wird. Bei Kindern mit Zystennieren (Nephronophthise Typ II) fehle dieser Eiweißstoff, so die Forscher. Durch die unplanmäßige Aktivierung der Wnt-Signalkaskade komme es zur Bildung der Zysten und schließlich zum Nierenversagen. Kinder mit dieser Erkrankung könnten nur überleben, indem sie an die künstliche Niere angeschlossen werden.

"Dank Fröschen können wir diese Forschungsergebnisse nun präsentieren", so Professor Walz. Denn das Faszinierende sei, dass dieselben Signalwege, wie sie in den menschlichen Zellen genutzt werden, auch in den einfacheren Organismen nachweisbar seien, so Walz.

Da sich Gene und Proteine in Fröschen einfacher manipulieren ließen als beispielsweise in Mäusen, benutzten die Wissenschaftler diese Organismen, um die Funktion des menschlichen Inversin zu erforschen. Dabei wurden die Kliniker von der biologischen Fakultät unterstützt: Professor Dr. Wolfgang Driever gilt als einer der Weltexperten für diese Forschung.

In einem nächsten Schritt wird die Arbeitsgruppe testen, ob die Hemmung der Wnt-Signalkaskade mit Hilfe von Medikamenten in der Therapie der Erkrankung genutzt werden kann.

MEDICA.de; Quelle: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau