Bislang gab es keine qualitativ guten Studien, die den Nutzen einer Frühmobilisation nach Schlaganfall untersucht hätten. Dies liegt vermutlich daran, dass Neurologen Angst haben, ihren Schlaganfallpatienten zu schaden, wenn sie sie zu schnell aus dem Bett jagen.

Dies könnte sich als Fehler erweisen, wie die Ergebnisse der „A Very Early Rehabilitation Trial (AVERT)“-Studie zeigen, einer randomisierten und kontrolliertren Studie, die bei der „International Conference on Stroke 2007“ der „American Stroke Association“ vorgestellt wurde. 71 Patienten nach einem akuten Schlaganfall nahmen daran teil. Von ihnen wurden 38 frühmobilisiert, also binnen 24 Stunden nach dem Ereignis. 33 Patienten dienten als Kontrollgruppe und wurden mit Standardtherapie behandelt. Die Therapie dauerte 14 Tage oder bis zum Tag der Entlassung.

Drei Monate nach Beginn der Studie waren drei Patienten in der Gruppe der Standardtherapie verstorben, aber acht aus der Gruppe der Frührehabilitierten. Dies entspricht zwar einer Differenz von zwölf Prozent. Allerdings waren die Verstorbenen meist älter.

Die Rate an Stürzen war allerdings in beiden Gruppen gleich: 22.8 Prozent bei den Kontrollpatienten, 19,7 Prozent bei den Frührehabilitierten. Insgesamt gab es einen Trend zu besseren Ergebnissen nach Schlaganfall, wenn die Patienten früh mobilisiert wurden.

Die AVERT-Studie soll fortgesetzt werden. Mehr als 2.000 Personen werden insgesamt daran teilnehmen. Wenn die Studie im Jahre 2010 beendet ist, wird man wissen, ob sich die frühe Rehabilitation von Schlaganfallpatienten tatsächlich medizinisch und eventuell auch finanziell lohnt.

Die frühe Mobilisation könnte eine Option für all jene Patienten sein, die sich – aus welchen Gründen auch immer – nicht für eine medikamentöse Lysetherapie eignen.


MEDICA.de; Quelle: International Stroke Conference 2007 Abstract 86