Der Hodenhochstand ist ein Risikofaktor für Hodenkrebs. Er wird in der Regel chirurgisch behandelt. Unklar ist bis heute, ob der Zeitpunkt des chirurgischen Eingriffs einen Einfluss auf das Krebsrisiko hat. Es gab zwar einige Studien, die darauf hinwiesen, dass das Krebsrisiko steigt, je später ein betroffener Junge operiert wird. Doch Genaueres war bislang nicht bekannt. Eine Studie der Arbeitsgruppe um Dr. Andreas Pettersson vom Karolinska University Hospital in Stockholm, Schweden, sollte dies nun näher untersuchen.

Analysiert wurden die Daten von Männern, die zwischen 1964 und 1999 in Schweden wegen eines Hodenhochstands chirurgisch behandelt wurden. Die Daten in Bezug auf den Hodenhochstand kamen vom „Swedish Hospital Discharge Register“. Das „Swedish Cancer Registry” wiederum gab Aufschluss über etwaige Krebserkrankungen der betroffenen Jungen beziehungsweise Männer.

16.983 Männer waren im genannten Zeitraum betroffen. Alle wurden wegen eines Hodenhochstands operiert. Der Nachbeobachtungszeitraum betrug 209.984 Personenjahre. Während dieses Nachbeobachtungszeitraums traten 56 Fälle von Hodenkrebs auf. Als man dies verglich mit dem Alter, in dem die jeweiligen Männer wegen ihres Hodenhochstands operiert worden waren, zeigte sich: Eine Operation vor dem 13. Lebensjahr erhöht das Risiko eines Hodenkrebses auf mehr als das Doppelte (relatives Risiko: 2,23) im Vergleich zur männlichen schwedischen Bevölkerung. Wird ein Junge erst nach dem 13. Lebensjahr operiert, steigt das Risiko eines Hodenkrebses drastisch auf mehr als das Fünffache an (relatives Risiko: 5,40).

MEDICA.de; Quelle: New England Journal of Medicine 2007, Vol. 356, S. 1835-1841