Frühe Verkehrserziehung hilfreich

Noch immer ist für Menschen unter 45 Jahren der Verkehrsunfall die häufigste Todesursache. Zwar ist die Zahl der Verkehrstoten leicht rückläufig, doch die der Verletzten stieg um 2, 2 Prozent auf 431.500 im Jahr 2007. "Ergebnisse aus der Verkehrsunfallforschung belegen, dass über 90 Prozent der Unfälle auf menschliches Versagen zurückzuführen sind ", sagt Professor Dr. med. Axel Ekkernkamp, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V.

Viele Unfälle ließen sich durch bessere Präventionsmaßnahmen vermeiden, erklärt Ekkernkamp. Dies zeigt auch eine interdisziplinäre Studie zu Unfallursachen in Mecklenburg- Vorpommern, durchgeführt von der Unfallforschung der Ernst-Moritz- Arndt-Universität Greifswald.

Darin wird unter anderem untersucht, ob Risikobereitschaft im Straßenverkehr messbar ist und welche Präventionsmaßnahmen sich daraus ableiten lassen. "Erste Ergebnisse zeigen, dass Männer und Frauen in ihrer Risikobereitschaft zwar vergleichbar sind, ihr Risikoprofil jedoch große Unterschiede aufweist. Daraus entstehen unterschiedliche Handlungsmuster", so Ekkernkamp. Wären diese Profile bekannt, könnten individuelle Präventionsmaßnahmen ergriffen werden.

"Die Bedeutung von Prävention ist lange bekannt, ihr Erfolg unstrittig. Frühzeitige, im Kindesalter beginnende, systematische Unfallerziehung auf hohem Niveau und maßgeschneiderte Konzepte werden die Unfallzahlen deutlich reduzieren, denn je früher diese Maßnahmen ansetzen, desto wirksamer sind sie", erklärt Ekkernkamp abschließend.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V.