Frühe therapeutische Betreuung bringt mehr

Traumapatienten profitieren von
einer frühen psychologischen
Begleitung; © PixelQuelle.de

Bereits nach der ersten Schockphase, die bis zu einer Woche andauern kann, sollte die psychologische Therapie beginnen. Depressionen und Angstzustände treten bei therapierten Patienten seltener auf als bei denjenigen ohne Betreuung. Zu diesem Ergebnis gelangt Dr. Nicola Pirente in einer kontrollierten Studie der Biochemischen und Experimentellen Abteilung der Universität zu Köln in Zusammenarbeit mit den unfallchirurgischen Universitätskliniken in Köln und Witten-Herdecke.

Erlebte Traumata zu bewältigen ist nach Auffassung von Pirente wichtig, weil sonst Schwierigkeiten im alltäglichen Umgang auftreten können. Das Unfallopfer entwickelt Fahrphobien, die das selbständige teilnehmen am Straßenverkehr erschweren. Angstzustände in vorher unbeschwerten Situationen oder Depressionen verhindern die Eingliederung in das soziale Umfeld und die Rückkehr in das Berufsleben.

Um solchen Entwicklungen entgegenzuwirken ist eine frühe therapeutische Behandlung schon im Krankenhaus sinnvoll, so Pirente. Bereits acht psychotherapeutische Sitzungen während des stationären Aufenthalts wären erfolgreich. In der Studie konnte nachgewiesen werden, dass gezielte Techniken der Depressionsbehandlung und der Angstbewältigung sich positiv auf den Patienten auswirken.

Wie sich die Unfallopfer in das Berufsleben wieder eingliedern, hängt jedoch neben der psychologischen Therapie, auch von der Art der Verletzung ab. Verletzungen an den unteren Extremitäten, am Kopf oder an der Wirbelsäule erschweren den Weg zurück ins Berufsleben. Die Patienten sind in ihrer Bewegung für den Beruf unter diesen Umständen zu stark eingeschränkt.

Ähnlich ist es bei Patienten, die seit dem Trauma unter starken Schmerzen leiden; auch diese Gruppe rehabilitiert nur selten beruflich. Daher ist es laut Pirente empfehlenswert, nicht nur die psychologische Betreuung sondern vor allem auch die Akutschmerztherapie zu fördern, um eine Chronifizierung zu vermeiden.

MEDICA.de; Quelle: Universität zu Köln