Die Wissenschaftlerin Janet Rich-Edwards vom Department of Ambulatory Care and Prevention an der Harvard Medical School in Boston, Massachusetts, USA, hat den Zusammenhang zwischen verschiedenen Geburtsparametern und dem späteren Risiko eines Mammakarzinoms untersucht. Sie präsentierte auf dem "Third International Congress on Developmental Origins of Health and Disease" Daten aus der Nurses Health Study (NHS)–II. Im Rahmen dieser Studie wurden 91.000 Frauen angeschrieben und nach verschiedenen Geburtsdaten gefragt. Außerdem erhob man Daten zur aktuellen Gesundheit der Frauen.

Die Untersuchung zeigte, dass das Alter bei der ersten Geburt Einfluss auf das spätere Mammakarzinomrisiko hat. Außerdem die Zeit der Schwangerschaft. Bei 20-jährigen Erstgebärenden zum Beispiel liegt die Inzidenz eines Mammakarzinoms bei 1.967 pro 100.000 Personenjahre, wenn die Frauen eine Frühgeburt haben. Bei normaler Geburt liegt die Inzidenz bei 1.790 pro 100.000 Personenjahre.

Noch deutlicher ist der Unterschied bei den 30Jährigen: Die Inzidenz reicht von 2.323 bis zu 1.865 pro 100.000 Personenjahre bei Früh- im Vergleich zu Normalgebärenden. Rein rechnerisch verringert sich das Risiko um etwa drei Prozent für jede Woche, die die Mutter das Kind länger austrägt.

Deutlich auch der Zusammenhang mit dem Geburtsgewicht des ersten Kindes: Je schwerer das Baby, desto größer das Mammakarzinomrisiko der Mutter. Die Inzidenz bei den 20-Jährigen liegt bei 1.696 pro 100.000 Personenjahre, wenn das Kind weniger als 2,5 kg wiegt und reicht bis zu 2.036 bei Babys mit mehr als 4,5 kg. Bei den 30Jährigen liegen die entsprechenden Inzidenzen bei 1.648 beziehungsweise 2.519. Für Frauen, die erstmals mit 24 Jahren ein Kind bekommen, gilt: Mit jedem zusätzlichen Kilogramm beim Neugeborenen steigt das Risiko eines Mammakarzinoms um etwa 16 Prozent.

MEDICA.de; Quelle: International Society for Developmental Origins of Health & Disease (DOHaD) Third International DOHaD, Abstract O-005