Professor Georg Schmitz von der Ruhr-Universität Bochum und seine Kooperationspartner entwickelten ein Ultraschallverfahren, mit dem hoch aufgelöste Bilder der Brust erzielt werden können, die eine präzisere Diagnose ermöglichen. „Bei einer Verdachtsdiagnose müssen die Patientinnen dann seltener weitere Untersuchungen durchlaufen, die neben der körperlichen Belastung auch mit psychisch belastenden Wartezeiten verbunden sind“, erläutert Schmitz.

Das neue System ist einfach einzusetzen und kostengünstig. Außerdem ließe es sich auch bei anderen Krebsarten anwenden, zum Beispiel bei Tumoren der Prostata, der Leber oder der Bauchspeicheldrüse. Bei ihrem Verfahren setzen Schmitz und seine Kollegen auf die photoakustische Bildgebung. Dabei wird das zu untersuchende Objekt, zum Beispiel die Brust, mit einem kurzen Lichtimpuls bestrahlt.

Ein Puls darf nicht länger als wenige Nanosekunden dauern, dann dehnt sich das zu untersuchende Objekt aus und zieht sich anschließend wieder zusammen. Dadurch entstehen mechanische Wellen, die von speziellen Ultraschallgeräten wahrgenommen werden können. Bereits existierende photoakustische Scanner benötigen aufwendige Apparaturen, teure Lasersysteme und können nicht in bestehende Ultraschallsysteme integriert werden.

„Wir setzen Diodenlaser ein, die weniger aufwendig sind und mit herkömmlichen Ultraschallsystemen kombiniert werden können. Dadurch wird das System marktfähig“, führt Schmitz aus. Die Diodenlaser arbeiten mit unterschiedlichen Wellenlängen, wodurch Kontrastmittel und mit Sauerstoff angereichertes Blut sehr gut detektiert werden können. Ein weiterer Pluspunkt des neuen Systems, denn sowohl über den Sauerstoffgehalt des Bluts als auch über spezielle, tumormarkierende Kontrastmittel lassen sich bösartige Tumore wesentlich besser erkennen.

Das Projekt ist einer der Gewinner des Innovationswettbewerbs Medizintechnik 2006 und soll vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit bis zu 300.000 Euro für die Durchführung eines Schlüsselexperiments gefördert werden.