Früherkennung durch Immuntest

Die Krankenkassen in Deutschland bieten allen Versicherten vom 50. Lebensjahr einen kostenfreien Test auf verborgenes ("okkultes") Blut im Stuhl an, der Hinweise auf Vorstufen von Darmkrebs geben kann. Der gebräuchliche HaemOccult-Test hat jedoch entscheidende Nachteile: Er ist wenig empfindlich, außerdem kann das Testergebnis, das auf einem enzymatischen Nachweis des Blutfarbstoffs beruht, durch Nahrungsbestandteile - etwa Fleisch oder Vitamin C - verfälscht werden. Immunologische Nachweisverfahren dagegen beruhen auf einem sehr spezifischen Nachweis von Blutbestandteilen durch Antikörper.

Um die Aussagekraft verfügbarer Tests zu vergleichen, hat Professor Hermann Brenner, Leiter der Abteilung für Klinische Epidemiologie und Alternsforschung im Deutschen Krebsforschungszentrum eine Studie durchgeführt. Er und sein Team untersuchten Stuhlproben von 1319 Menschen, die sich zu einer normalen Vorsorge-Endoskopie angemeldet hatten.

Alle Proben wurden mit dem HaemOccult-Verfahren sowie mit sechs verschiedenen immunologischen Tests untersucht. Bei den untersuchten Verfahren handelte es sich um sogenannte Schnelltests, deren Ergebnis ohne aufwändige Laboranalytik in jeder Praxis direkt ermittelt werden kann. Die Testergebnisse wurden anschließend mit den Resultaten der Darmspiegelung abgeglichen.

Die Forscher fanden heraus, dass die immunologischen Tests dem HaemOccult-Verfahren eindeutig überlegen waren, was das Aufspüren von Krebsvorstufen betrifft. So entdeckten sie durchweg einen mehr als doppelt so hohen Anteil der Darmkrebsvorstufen. Allerdings gab es große Unterschiede zwischen den Immuntests, ein Teil der Tests gab zu häufig "falschen Alarm". Für die Früherkennung eignen sich solche Tests am besten, die eine hohe Entdeckungsrate haben und gleichzeitig bei unauffälligem Befund zuverlässig Entwarnung geben.

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum