Früherkennung verhindert Ausbildungsabbruch

Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES), das im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) eine Struktur- und Prozessevalution des Modellprojekts „Allergie und Berufswahl“ durchführte.

Bäcker, Friseure oder Floristen leiden besonders häufig unter Allergieproblemen, weil sie bestimmte Arbeitsstoffe nicht vertragen. Die Maßnahmen des Modellprojekts fanden in zwei Regionen in Brandenburg statt und wurden mit zwei anderen Regionen im Land verglichen. Verbessert werden sollte die Zusammenarbeit der wichtigsten beteiligten Akteure: Beratungskompetenz, Früherkennung von allergischen Erkrankungen durch ein standardisiertes ärztliches Atopiescreening, medizinische und berufsbezogene Beratung von atopischen Jugendlichen sowie Kenntnisse der Schulabgänger über Allergien und Berufswahl.

Die Kinder- und Jugendgesundheitsdienste (KJGD) führten das Atopiescreening im Rahmen der Schulabgangsuntersuchungen durch. Je nach Ergebnis berieten die KJGD-Ärzte auffällige Schüler unmittelbar zum Thema Allergie und Berufswahl oder überwiesen sie zu einer weitergehenden diagnostischen Abklärung.

Zur Evaluation zogen die Forscher einerseits die Schülerangaben im ärztlichen Allergiescreening- Fragebogen sowie die zu jedem Fall von den KJGD-Ärzten ausgefüllten Dokumentationsbögen heran. Zum anderen führten sie briefliche Befragung bei einer Teilstichprobe der untersuchten Schüler durch. Insgesamt wurden 4.542 Abgangsschüler untersucht. Rund jeder Vierte (24,5%) war Atopiker. Bei mindesten jedem siebten (15%) der Betroffenen lag bislang keine entsprechende ärztliche Diagnose vor. Insgesamt berieten die KJGD-Ärzte etwa 90 Prozent der atopischen Schüler.

Das Modellprojekt macht deutlich, dass sich die Früherkennung von Atopikern sichtlich verbessern lässt. Der Ausbau der allergie- und berufsbezogenen Beratung durch die KJGD-Ärzte führte dazu, dass sich Betroffene für weniger gesundheitlich riskante Berufe entschieden.

MEDICA.de; Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin