Frühgeburten besser erkennen

25.05.2016

Optimal entwickelt sich ein Baby, wenn es nach der 38. Schwangerschaftswoche geboren wird. Doch nicht jede Schwangerschaft verläuft nach Plan. Am UKM (Universitätsklinikum Münster) hat ein Ärzteteam nun eine neue Technologie entwickelt, mit der eine drohende Frühgeburt besser erkannt werden kann.

Foto: Arzt sitzt neben schwangerer Patientin, beide schauen auf ein Blatt

Dr. Ralf Schmitz erklärt der schwangeren Melanie Degenhardt ihr Sreeningergebnis; ©Universitätsklinikum Münster

Für die UKM-Mediziner bedeutet die neue Methode eine wesentliche Verbesserung zum Erkennen eines erhöhten Frühgeburtsrisikos.

"Wenn es um Frühgeburten geht, zählt jeder Tag im Mutterleib", sagt Dr. Ralf Schmitz, Leiter der Pränatalmedizin der UKM Geburtshilfe. Er hat sich in seinen Forschungstätigkeiten mit diesem Thema auseinandergesetzt. Am UKM messen die Ärzte daher nicht nur die Länge des Gebärmutterhalses, um mögliche Frühgeburten frühzeitig zu erkennen, sondern auch seine Elastizität. Denn im Verlauf einer Schwangerschaft ändert sich der Gebärmutterhals: Normalerweise wird er weicher und verkürzt sich erst gegen Ende der Schwangerschaft. Ist eine Veränderung lange vor dem errechneten Entbindungstermin zu erkennen, gibt es eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Frühgeburt. "Die Veränderung des Elastizitätsmusters können wir nun zuverlässig messen. Der Gebärmutterhals zeigt sich dann nicht mehr homogen straff, sondern ähnlich eines 'Kuhfleckenmusters'", erklärt Schmitz. Die Diagnostik erfolgt mittels "Hochfrequenzelastographie", einer für die Frau völlig schmerzfreien und risikoarmen Untersuchungsmethode.

Doch die Ergebnisse der Arbeitsgruppe am UKM gehen noch darüber hinaus. Es ist gelungen, einen Grenzwert für diese Veränderung zu bestimmen. Wird eine drohende Frühgeburt erkannt, prüfen die Ärzte mögliche Ursachen. Das kann beispielsweise eine Infektion, einen Diabetes oder eine mechanische Schwäche des Gebärmutterhalses sein. Um die Schwangerschaft soweit wie möglich zu verlängern, geht es für die Ärzte dann darum, die ursächlichen Faktoren zu bekämpfen. Denn das ungeborene Baby soll eine möglichst lange Zeit im Mutterleib verbleiben.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Münster

Mehr über das UKM unter: www.ukmuenster.de