Frühzeitiges Erkennen dank „soft signs“

Zu den Tests gehört auch das
Balancieren auf einer geraden
Linie; © PixelQuelle.de

Professor Dr. Johannes Schröder, Leiter der Sektion Geronto- psychiatrische Forschung der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg und seine Mitarbeiter haben jetzt die weltweit erste prospektive Studie zur Bedeutung der "soft signs" publiziert - und darin die Befunde ihrer früheren Untersuchungen bestätigt und erweitert.

Die "Heidelberger Skala", die die Geschicklichkeit vor allem bei Bewegungen misst, war von der Arbeitsgruppe schon Anfang der neunziger Jahre entwickelt worden. Sie umfasst 16 verschiedene Tests, die Bewegungskoordination und ihre Verknüpfung mit den Sinneswahrnehmungen und der räumlichen Orientierung prüfen.

In der Heidelberger Studie wurden eine Gruppe von 39 schizophrenen Patienten über einen Zeitraum von einem Jahr mit einer Gruppe von 22 gesunden Personen verglichen.

Für die in ambulante Behandlung entlassenen Patienten sank der Gesamtwert aller Testergebnisse während eines Jahres signifikant von durchschnittlich 15.7 auf 10.1, während er in der gesunden Kontrollgruppe annähernd konstant blieb (von 4.8 auf 4.6). Innerhalb der Patientengruppe entwickelte sich die Schizophrenie bei 18 Kranken zum chronischen Leiden. Entsprechend änderte sich ihr Wert auf der Heidelberger Skala von 13.8 auf 13.5 kaum. Für die 21 Patienten, deren Zustand sich besserte, sank dieser Wert dagegen von 17.3 auf 7.2.

Dass sie meist schon vor Ausbruch einer akuten Psychose und der ersten Medikation auftreten, spreche dafür, dass "soft signs" keine Nebenwirkungen von Arzneimitteln, sondern echte "Vulnerabilitätsmarker" seien. "Ihre Erforschung kann helfen die Ursachen der Erkrankung besser zu verstehen, aber auch den Krankheitsverlauf der Patienten vorherzusagen. Dies ist für eine genaue Therapieplanung von großer Bedeutung“, sagte Schröder.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg