Fragebogen mit Lebensqualitätspreis honoriert

Dr. Peter Kranke
© Universität Würzburg

Wer im Krankenhaus kurz vor einer Operation steht, dem gehen so einige Fragen durch den Kopf: Klappt alles bei der Narkose? Wie geht es mir, wenn ich wieder wach werde? Aber auch: Werden meine Sorgen und Ängste berücksichtigt? Werde ich mich gut versorgt fühlen? Die Antworten darauf sollen helfen, die Qualität der Behandlung weiter zu verbessern.

"Das ist bislang der einzige derartige Fragebogen für den deutschsprachigen Raum", sagt Preisträger Dr. Peter Kranke von der Würzburger Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie. Der Fragebogen erfasst den Zeitraum von 24 Stunden vor und 48 Stunden nach der Operation. Er ist fachübergreifend konzipiert und umfasst auch Fragen zu "Wohlfühl-Aspekten".

Neben dem Wohlbefinden der Patienten kann so untersucht werden, wie sich neue Medikamente, Techniken und Arbeitsabläufe in der Wahrnehmung der Patienten niederschlagen. Damit lasse sich ein wesentlicher Beitrag zur Qualitätssicherung bei operativen Eingriffen leisten, so Kranke.

Im stillen Kämmerlein ist der Fragebogen nicht entstanden. Schon während seiner Entwicklung wurde er immer wieder von Patienten und ihren Angehörigen, von Operateuren, Anästhesisten und Pflegepersonal hinterfragt und bewertet. War etwa eine Frage für den medizinischen Laien zu unverständlich formuliert, konnten die Patienten das bemängeln und bessere Vorschläge machen. Letzten Endes kristallisierten sich aus anfangs 198 Punkten 33 Fragen heraus, welche die wichtigsten Aspekte rund um den OP-Tisch abdecken.

"Aber selbstverständlich interessieren uns auch die längerfristigen Auswirkungen von Narkose und Operation auf die Lebensqualität unserer Patienten", sagt Peter Kranke. Darum arbeiten die Mediziner bereits an weiteren Modulen für den Fragebogen und beobachten Langzeitverläufe.

MEDICA.de; Quelle: Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg