18.08.2011

UBIFRANCE

Frankreich: Attraktiver Wirtschaftsstandort für ITK-Unternehmen

Der Anteil der Digitalwirtschaft am französischen Bruttoinlandsprodukt beträgt fast fünf Prozent. Dennoch bildet dieser Industriezweig nach Angaben der kürzlich veröffentlichten Rexecode-Untersuchung die Grundlage für ein Viertel des Bruttoinlands-Wachstums, für drei Prozent der Arbeitsplätze und 16 Prozent der Investitionen.

Rechenzentren sind zentraler Bestandteil der digitalen Wertschöpfungskette. An der Schnittstelle zwischen Technologie und professioneller Anwendung müssen sie mittlerweile neben dem Kriterium der permanenten Verfügbarkeit auch dem Anspruch des effizienten Energieeinsatzes (PUE: Power Usage Effectiveness) gerecht werden. David Appia, Präsident der französischen Agentur für internationale Investitionen (AFII) erklärt: „Die Fachkompetenz französischer Ingenieure und Techniker, die Qualität der Stromversorgung sowie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen begünstigen den weiteren Ausbau dieses Wirtschaftszweiges in Frankreich. Hinzu kommt die französische Gesetzgebung, die mit ihren Datenschutz- und Datenverschlüsselungsgesetzen für die erforderliche rechtliche Sicherheit sorgt.“
Auf dem französischen Markt, der sich durch ein geschätztes Volumen von rund einer Milliarde Euro pro Jahr auszeichnet, sind bereits zahlreiche internationale Großunternehmen, wie beispielsweise IBM, Interxion, Telecity, Interoute, Telehouse oder Equinix vertreten. Seit 2006 hat die französische Agentur für internationale Investitionen 16 Ansiedlungsprojekte von Rechenzentren in Frankreich begleitet. Die Dynamik dieses Wirtschaftszweiges lässt sich aber auch an dem intensiven Ausbau von Rechenzentren großer französischer Mobilfunkanbieter und IT-Dienstleister, wie beispielsweise Orange France Telecom oder Atos, ablesen.
IBM hat in den vergangenen Monaten mehrere neue Rechenzentren in Frankreich eröffnet. Die letztes Jahr erfolgte Einrichtung eines 10 000 m² großen Rechenzentrums in Seclin ist das Ergebnis einer umfassenden Umgestaltung eines kürzlich durch IBM erworbenen IT-Standortes. Ebenfalls letztes Jahr eröffnete die japanische Firma KDDI Telehouse in ‚Magny les Hameaux‘ (Region Ile de France) unter der Bezeichnung ‚Telehouse Paris Magny‘ ihr drittes 15 000 m² großes Rechenzentrum. Die zwei bereits bestehenden Rechenzentren sind sowohl in Paris als auch im Großraum von Paris angesiedelt. Diese ‚Telehouse Europe‘-Standorte erbringen Dienstleistungen für 60 Telefonanbieter und weitere 350 Unternehmen, die den Großteil des Internet-Datenverkehrs in Frankreich abdecken. So haben diese auch einen wesentlichen Teil der für die französischen IT-Systeme erforderlichen Infrastruktureinrichtungen errichtet.
Die Firma GE Energie hat kürzlich an ihrem Standort in Belfort ein neues Datenspeicherzentrum eingerichtet. Dieses für den Rechenbedarf von 400 unternehmenseigenen Ingenieuren ausgelegte Zentrum bildet gewissermaßen das neuralgische Zentrum für die gesamte Datentechnik von GE Energie Europe.