Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass die Östrogen-Progesteron-Therapie bei postmenopausalen Frauen das Risiko eines Mammakarzinoms erhöht. Weniger bekannt ist, ob dieser Zusammenhang von bestimmten Risikofaktoren oder der ethnischen Zugehörigkeit moduliert wird.

Zumindest die Frage nach ethnischen Risikofaktoren beantworten nun Daten der "Multiethnic Cohort Study (MEC)". 55.371 schwarze Amerikanerinnen, einheimische Hawaiianerinnen, Amerikanerinnen japanischer beziehungsweise lateinamerikanischer Herkunft und weiße Frauen nahmen daran teil. Die Frauen waren zwischen 45 und 75 Jahre alt.

Während des Nachbeobachtungszeitraums von durchschnittlich 7,3 Jahren traten 1.615 Fälle eines invasiven Mammakarzinoms auf. Bei jenen Frauen, die aktuell noch Östrogen und Progesteron einnahmen, erhöhte sich das Risiko eines Mammakarzinoms um jeweils 29 Prozent pro fünf Jahre Einnahmezeitraum. Nahmen die Frauen lediglich Östrogen ein, erhöhte sich das Risiko immerhin auch noch um zehn Prozent pro fünf Jahre Einnahme.

Diese Risikoerhöhung trat bei allen ethnischen Gruppen auf. Bei den schwarzen Amerikanerinnen jedoch hatte die reine Östrogeneinnahme keine nachteiligen Folgen für das Mammakarzinomrisiko.

Frühere Einnahme von Östrogen-Progesteron-Präparaten hatte lediglich für die Gruppe der schwarzen Amerikanerinnen nachteilige Folgen in Bezug auf das Mammakarzinom-Risiko. Hatten die Frauen, gleich welcher ethnischen Zugehörigkeit, früher einmal Östrogen eingenommen, erhöhte das ihr Risiko nicht. Auf das Stadium des Tumors oder seine histologischen Feinheiten hat die Hormontherapie offenbar keinen Einfluss.

Ein interessanter Zusammenhang ergab sich noch mit dem Body Mass Index (BMI). Besonders niedrige oder hohe BMI erhöhen das Risiko eines Mammakarzinoms offensichtlich.

MEDICA.de; Quelle: International Journal of Cancer 2006, Vol. 118, S. 1285-1291