Das zeigen Untersuchungen von Wissenschaftlern der University of Alabama at Birmingham School of Public Health, Cleveland Clinic, in Ohio, und dem Barrow Neurological Institute in Phoenix, Arizona, USA. Ergebnisse wurden jetzt bei der Jahrestagung „American Academy of Neurology's 59th Annual Meeting“ vorgstellt.

Die Studienleiter untersuchten Daten der “North American Research Committee on Multiple Sclerosis (NARCOMS)”-Datenbank. Diese Online-Datenbank ist eine der größten ihrer Art und enthält Daten von 32.414 Personen mit Multipler Sklerose (MS) aus den Vereinigten Staaten und Kanada. Personen, die in dieser Datenbank verzeichnet sind, geben Auskunft über verschiedene soziodemographische Daten und überarbeiten diese alle sechs Monate.

72,5 Prozent aller MS-Kranken in dieser Datenbank sind Frauen, 93 Prozent haben eine weiße Hautfarbe. Überraschung: Als man die Diagnosestellung für jedes einzelne Jahr mit dem jeweiligen Geschlecht abglich: Im Jahre 1940 lag das Geschlechterverhältnis bei der Diagnosestellein einer Multiplen Sklerose bei 2:1 für Frauen versus Männer. Sechzig Jahre später, im Jahre 2000, wurde diese Erkrankung bereits bei vier Mal so vielen Frauen diagnostiziert wie bei Männern.

Dies bestätigt ähnliche Befunde aus Norwegen und Kanada. Demnach steigt die Inzidenz der Multiplen Sklerose bei Frauen schneller als bei Männern. Für die Studienleiter ist dies allemal Grund für die Forderung, bei der Erforschung der Multiplen Sklerose in Zukunft noch stärkeres Gewicht auf Geschlechtsunterschiede zu legen.

Möglicherweise, so eine Vermutung, trägt die stärkere Verwendung von Haar- und Haupflegemitteln bei Frauen dazu bei, dass sie häufiger an Multipler Sklerose erkranken. Eine Theorie sagt, dass solche Hautpflegeprodukte die Produktion von Vitamin D bremsen. Vitamin-D-Mangel hängt möglicherweise mit MS zusammen.

MEDICA.de; Quelle: American Academy of Neurology 59th Annual Meeting Abstract P04.068