Hypertensive Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus haben eine deutlich erhöhte kardiovaskuläre Mortalität. Mediziner des St. Vinzenz-Hospital in Rheda-Wiedenbrück haben nun untersucht, ob Patientinnen mit Diabetes mellitus Typ 2 in der täglichen Praxis in Bezug auf das Risikomanagement der Folgekrankheiten des Typ-2-Diabetes mellitus schlechter behandelt werden als Männer.

Sie untersuchten 193 Typ-2-diabetische Patienten (97 Frauen, 96 Männer), die zwischen 2004 und 2005 zu Beginn oder Optimierung einer Insulintherapie von ihren Hausärzten zugewiesen wurden.

86 Prozent der erfassten Patienten wiesen eine Hypertonie auf, 47 Prozent eine Mikroalbuminurie. 28 Prozent der Männer und 25 Prozent der Frauen hatten bereits eine eingeschränkte Nierenfunktion. Bei neun Prozent der Patienten war die Hypertonie unbehandelt. Mikroalbuminurische Frauen litten bereits länger an einem Diabetes als Männern (zwölf versus zehn Jahre, p kleiner 0,01).

Trotz stärker ausgeprägter Hyperlipidämie erhielten Frauen seltener als Männer eine lipidsenkende oder ASS-Therapie (28 Prozent versus 35 Prozent beziehungsweise 54 Prozent versus 28 Prozent, p kleiner 0,05). Trotz höherer Blutdruckwerte (p kleiner 0,05) wurden Frauen seltener mit ACE-Hemmern oder Sartanen (66 Prozent versus 73 Prozent, p kleiner 0,05), Diuretika oder Beta-Blockern (43 Prozent versus 60 Prozent, p kleiner 0,05) behandelt, jedoch häufiger mit Calciumantagonisten (32 Prozent versus 19 Prozent, p kleiner 0,01).

Patientinnen mit Diabetes mellitus verlieren den Schutz vor kardiovaskulären Erkrankungen, der mit dem weiblichen Geschlecht verbunden ist. Obgleich bei solchen Patientinnen eine Mikroalbuminurie als Zeichen der angiopathischen Schädigung später entsteht als bei Patienten, gibt es bei solchen Patientinnen Defizite in der Behandlung.

MEDICA.de; Quelle: 114. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) Poster Discussion