Vor einigen Jahren waren Acetylsalicylsäure (ASS) und nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) in den Blick gekommen. Möglicherweise, so dachte man, senken sie bei langjähriger Einnahme das Risiko, an einer Demenz zu erkranken. Die Idee dahinter ist, dass ASS in geringen Mengen die Aggregation von Thrombozyten hemmt und so vaskulären Erkrankungen wie auch der vaskulären Demenz Einhalt gebieten könnte. Zwar gab es verschiedene Studien, die einen solchen Zusammenhang verneinten, doch diese Studien waren in der Regel nur relativ kurz, über höchstens zwei Jahre.

In einer Substudie der „Women’s Health Study“ haben Dr. Jae Hee Kang vom Brigham and Women's Hospital in Boston, Massachusetts, USA, diese Hypothese jetzt in einem größeren Maßstab überprüft. An dieser großen randomisierten und doppel blinden Studie nahmen 6.377 Frauen im Alter ab 65 Jahre teil. Alle nahmen über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren 100 Milligramm ASS pro Tag zu sich oder Placebo. Zu Beginn der Studie, während der Nachbeobachtung und am Ende wurden die Frauen neurologisch und auch psychiatrisch begutachtet. Dabei nutzte man fünf verschiedene Tests, um verbale Fähigkeiten, Erinnerungsvermögen und anderes zu testen.

Enttäuschendes Ergebnis zum Ende der Studie: In den beiden Studiengruppen mit ASS beziehungsweise Placebo unterschieden sich die Ergebnisse der kognitiven Tests nicht signifikant voneinander. Lediglich in der Kategorie „Flüssigkeit der Sprache“ waren die Probandinnen unter ASS etwa 20 Prozent besser als die Damen der Gegengruppe. Vorteile auch in der Gruppe der aktuellen Raucherinnen. Bei ihnen konnte ASS tatsächlich den kognitiven Abbau im Vergleich zur Placebogruppe bremsen. Auch unter einer Hyperlipidämie profitierten Frauen leicht durch die langjährige ASS-Einnahme.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2007, Vol. 334, S. 987