Bild: Zwei getrennte Betten 
Getrennte Betten haben auch
Vorteile - zumindest für Frauen
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Das fand ein Forscherteam um den Verhaltensbiologen John Dittami von der Universität Wien heraus. Die Wissenschaftler beobachteten zwischen November 2005 und Juli 2006 insgesamt zehn junge, heterosexuelle Paare in ihrem Schlafverhalten.

Von den insgesamt 249 beobachteten Nächten wurden 123 alleine verbracht und 126 gemeinsam. In 67 Nächten fand sexueller Kontakt statt. "Sex wirkt sich sowohl bei Frauen als auch bei Männern positiv auf den Schlaf aus", sagt Dittami.

Im Zuge der Paarschlaf-Studie untersuchten die Forscher sowohl das subjektive Schlafempfinden der Testpersonen als auch die objektive Schlafqualität. Ein am Handgelenk getragenes Messgerät lieferte genaue Daten über den Schlaf-/Wachrhythmus. In den meisten Fällen stimmten die Daten des Gerätes mit dem subjektiven Schlafempfinden der Testschläfern überein.

"Sowohl die subjektive Einschätzung als auch die Daten am Messgerät zeigten uns, dass Frauen in ihrem Schlafverhalten auf die Anwesenheit eines Bettpartners wesentlich sensitiver reagieren als Männer. Diese hingegen schlafen wiederum schlechter ohne Partnerin. Mit Partnerin kam es sogar zu einer wesentlichen Verbesserung objektiver und subjektiver Schlafparameter, wie Nächte ohne Wachphasen oder ein munteres Gefühl in der Früh", erzählt John Dittami. Die Ergebnisse decken sich auch mit anderen Schlafstudien, die zeigen, dass 65 Prozent der Frauen unter Schlafstörungen leiden, aber nur rund 20 Prozent der Männer.

In einem zweiten Teil der Studie wurde der Arbeitstag/Wochenend-Rhythmus von 36 Studenten untersucht. Auch hier reagierten Frauen empfindlicher auf äußere Einflüsse als Männer. Die innere Uhr von männlichen Versuchspersonen wies unter den beiden Bedingungen Arbeitstag und freier Tag weniger Schwankungen auf als die der weiblichen Versuchspersonen. Das heißt, dass die innere Uhr von Frauen generell stärker auf Umgebungsreize reagiert als die von Männern.

MEDICA.de; Quelle: Universität Wien