Im Vergleich zu Männern haben koronarkranke Frauen eine schlechtere Prognose. Ob jedoch Unterschiede im Rahmen der Sekundärprävention bestehen, ist bislang unzureichend bekannt. Nun sollte eine Untersuchung Trends in den Patientencharakteristika sowie Therapieerfolgen in Abhängigkeit vom Geschlecht aufzeigen.

Von 2000 bis 2005 wurden in 171 Rehabilitationskliniken 117.913 konsekutive Patienten (30,7 Prozent Frauen, 69,3 Prozent Männer) nach akutem koronarem Ereignis eingeschlossen. Zu Beginn und bei Entlassung wurden Body-Mass-Index (BMI), Blutdruck, Blutzucker und das Lipidprofil bestimmt und die Pharmakotherapie protokolliert.

Frauen und Männer werden in der kardiologischen Rehabilitation seit 2001 gleichmäßig älter. Besonders bei Frauen ist die Zunahme beachtlich und signifikant stärker ausgeprägt als bei Männern. Im Jahre 2005 waren Frauen 67,9 Jahre sowie Männer 63,2 Jahre alt. Bei beiden Geschlechtern ist eine Zunahme des BMI zu verzeichnen, wobei Frauen signifikant stärker betroffen sind.

Beide Geschlechter wurden im Verlauf mit niedrigeren systolischen RR-Werten aus der Akutklinik entlassen. Dem gegenüber ist im Zeitverlauf bei Entlassung aus der Anschlussheilbehandlung (AHB) keine Veränderung zu verzeichnen; es wurde bei konstant 80 Prozent der Patienten ein Blutdruck unter 140/90 mmHg ermittelt. Der Anteil von Frauen war jedoch signifikant geringer. ACE-Hemmer ohne oder mit kombinierter Gabe von Betablockern wurden Frauen signifikant seltener verordnet. Das Lipidprofil bei Aufnahme zur Reha war nach Adjustierung am Ende der Registrierperiode besser eingestellt als zuvor.

MEDICA.de; Quelle: 73. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V.