Frauen und Akademiker gefragt

Passiert dies nicht, ist ein Rückgang des Gründungsgeschehens in Deutschland absehbar. Denn aufgrund des demographischen Wandels wird die Gruppe der Erwerbspersonen im Alter zwischen 30 und 45 Jahren, aus der die meisten Gründer hervorgehen, schrumpfen und sich somit die Gründungsdynamik verlangsamen.

Dies hätte sinkende Beschäftigungszahlen und eine geringere Innovationskraft der gesamten Volkswirtschaft zur Folge. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. Die Studie untersucht, an welchen Schrauben gedreht werden müsste, um unter den Bedingungen einer im Durchschnitt abnehmenden und alternden Bevölkerung das Gründungsgeschehen zu beleben.

In den vergangenen Jahren wurden im Durchschnitt etwa 250.000 Unternehmen pro Jahr gegründet. Aufgrund des demografischen Wandels würde diese Zahl bis 2050 auf rund 195.000 zurückgehen.

Die Studie entwirft hierzu drei Simulationsszenarien: Während aktuell nur etwa 16 Prozent der Unternehmensgründungen von Frauen betrieben werden, wird in einer ersten Simulation die Frauenbeteiligung im Jahr 2050 auf 22 Prozent gesteigert. Allein dieser moderate Anstieg um sechs Prozent. So könnten bis dahin etwa 206.000 Gründungen insgesamt realisiert werden.

Im zweiten Fall wird der Anstieg des Akademikeranteils bei den Erwerbspersonen von aktuell 16 auf 26 Prozent bis zum Jahr 2050 simuliert. Da die Gründungsneigung mit der Qualifikation steigt, führt die Erhöhung des Akademikeranteils zu einer signifikanten Zunahme der Gründungszahlen auf insgesamt rund 211.000 Gründungen im Jahr 2050.

Wie ein abschließendes Szenario deutlich macht, wird ein Effekt auf die Entwicklung des Gründungsgeschehens erzielt, wenn ältere Erwerbspersonen im Alter zwischen 50 bis 59 Jahren motiviert werden, ein Unternehmen zu gründen. Obwohl diese Maßnahme einen nicht so starken Effekt wie die Szenarien zuvor hätte, könnten hierdurch im Jahr 2050 insgesamt 208.000 Gründungen realisiert werden.

MEDICA.de; Quelle: Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung