Der Versorgungsbedarf differiert zwischen Mann und Frau ebenso wie die Inanspruchnahme von Prävention und Früherkennung. Gesundheitszustand und Gesundheitsverhalten werden entscheidend von geschlechtsspezifischen Arbeits- und Lebensbedingungen beeinflusst. Zu diesen Forschungsergebnissen kommen Wissenschaftlerinnen des Instituts für Public Health und Pflegeforschung im Fachbereich Human- und Gesundheitswissenschaften der Universität Bremen.

Viele Erkenntnisse sind durchaus nicht neu, werden aber in der Studie aktuell betätigt: Im Alter zwischen 30 und 65 Jahren ist die Sterblichkeit bei Männern doppelt so hoch wie bei Frauen, vor allem bedingt durch Unfälle, Suizide, Kreislaufkrankheiten und Krankheiten der Verdauungsorgane. Hierin spiegeln sich die höhere Risikobereitschaft von Männern im Umgang mit ihrer Gesundheit und die riskanteren Arbeitsbedingungen wider.

Im Schwerpunktbericht "Gesundheit von Frauen und Männern im mittleren Lebensalter" werden die gesundheitlichen Profile von Frauen und Männern vergleichend dargestellt und die jeweiligen Lebensbedingungen in die Analysen einbezogen. Die Autorinnen behandeln in sieben Kapiteln die soziodemographische Lage, die gesundheitliche Lage, gesundheitsbeeinflussende Lebensweisen und Bedingungen, bedeutende Gesundheitsprobleme und die Inanspruchnahme gesundheitlicher Versorgung vergleichend bei Frauen und Männern.

In einem weiteren Kapitel stellen sie die wichtigsten Erklärungsansätze für die Gesundheitsunterschiede vor und gehen besonders auf die geschlechtsspezifischen Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem ein. Damit leistet der Schwerpunktbericht einen Beitrag für die Planung geschlechtergerechter Versorgungsangebote.

MEDICA.de; Quelle: Universität Bremen