Frauen verletzen sich öfter beim Sport

Beim Kampf unterm Korb tragen
Frauen häufiger Verletzungen
davon; © Hemera

In den USA verletzen sich jedes Jahr rund zwei Millionen High-School-Athleten beiderlei Geschlechts beim Sport. Frühere Studien haben uneinheitliche Resultate erbracht in Bezug auf die Geschlechterverteilung bei den Verletzungen.

Nun liegen die Ergebnisse einer prospektiven Studie mit rund 6.000 Universitäts-Athleten aus 15 Hochschulen vor. 3003 von ihnen waren Frauen. Die untersuchten Sportarten waren unter anderem Baseball, Basketball und Fußball. Die Beobachtungszeit betrug ein Jahr. Innerhalb dieses Zeitraums sammelten die Studienleiter umfangreiche Daten unter anderem zu Alter, Verletzungsart, verletzter Körperteil, Krankheitstage und anderes.

Insgesamt ereigneten sich während des Beobachtungszeitraums 966 Unfälle. 515 betrafen Frauen, 451 Männer. Bei leichteren Verletzungen, die lediglich einen bis zwei Tage Pause erforderlich machten, lagen die Athletinnen eindeutig vorne. Schwerere Verletzungen mit mindestens siebentägiger Sportkarenz betrafen Frauen häufig in Basketball und Fußball, die Männer bei Baseball.

Auch in Bezug auf die Verletzungsart zeigten sich deutliche Unterschiede: Frauen neigen eher dazu, Sprunggelenke, Knie und die Tibia zu verletzen, während bei den Jungs ganz häufig die Achillessehne betroffen ist. Ganz krass das Geschlechter-Missverhältnis bei Verletzungen des vorderen Kreuzbandes: Frauen sind davon bis zu acht Mal häufiger betroffen. Möglicherweise beruht das auf anatomisch-mechanischen Unterschieden im Körperbau der Geschlechter, vermuten die Studienleiter.

Nun sollen die amerikanischen Sportverbände Programme zur Prävention von Sportverletzungen entwerfen, die ganz auf die unterschiedlichen Verletzungsrisiken der Geschlechter abgestimmt sind.

MEDICA.de; Quelle: American Academy of Pediatrics (AAP) National Conference and Exhibition