Möglicherweise sind Gewichtsveränderungen ein Frühindikator für eine Demenz. Man weiß nur nicht genau, in welcher Richtung. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass ein Gewichtsverlust auf eine beginnende Demenz hinweisen soll, andere Studien sagen das Gegenteil: Zunehmendes Gewicht soll demnach den geistigen Abbau einleiten, möglicherweise vermittelt durch Diabetes mellitus, Hypertonie und kardiovaskuläre Erkrankungen. Also: keine klaren Ergebnisse.

Nun gibt es neue Daten aus einer retrospektiven Studie. Als Basis dienten die Daten des „Rochester Epidemiology Project“, einer Datenbank, welche Gesundheitsdaten von Bewohnern aus Rochester und Olmstedt County in den USA aufzeichnet, und das seit 1935. Die Wissenschaftler untersuchten alle Demenzen, die zwischen 1990 und 1994 auftraten und verglichen sie mit einer Kontrollgruppe.

481 Demenzen wurden im umschriebenen Zeitraum diagnostiziert. In 355 Fällen (72,7 Prozent) waren Frauen betroffen. Die Studienleiter ermittelten mit Hilfe der Datenbank das Gewicht der Patienten zu Beginn ihrer Demenz sowie jeweils zehn, 20 und 30 Jahre davor.

Beim Vergleich der Daten ergaben sich interessante Zusammenhänge: Bei Männern konnten die Wissenschaftler keinerlei Assoziation zwischen dem Gewicht und einer beginnenden Demenz ermitteln. Anders dagegen bei den Frauen: Bereits etwa 20 Jahre vor einer beginnenden Demenz verlieren sie stärker an Gewicht als die Frauen der gesunden Kontrollgruppe. Diese Differenz beschleunigt sich in den zehn Jahren vor der Demenz. In diesem Zeitraum verlieren die später dement werdenden Frauen fast vier Mal so stark an Gewicht wie gesunde Frauen der gleichen Altersgruppe.

Allerdings warnen die Wissenschaftler davor, diese Ergebnisse bei einer Diagnose einzusetzen. Dafür sei der Gewichtsverlust zu unspezifisch, schreiben sie.

MEDICA.de; Quelle: Neurology 2007, Vol. 69, S. 739-746