07/06/2011

Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen IIS

Fraunhofer setzt in Nürnberg voll auf L.I.N.K.

Für den Bau des neuen Test- und Anwendungszentrums L.I.N.K. des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS ist im Nürnberger Nordostpark offiziell der Startschuss gefallen. L.I.N.K. steht für das Knowhow des Instituts in den Bereichen Lokalisierung, Identifikation, Navigation und Kommunikation, das hier gebündelt werden soll.

Die mit 130 Mitarbeitern wichtige Forschungseinrichtung lud dafür zu einem Festakt mit der Vorstellung des Projekts vor Ort. Weitere Gebäude von Fraunhofer sind geplant.

Der Institutsleiter Professor Heinz Gerhäuser betonte die Notwendigkeit, erarbeitete Forschungsergebnisse anhand konkreter Projekte in die Praxis übertragen zu können, was mit L.I.N.K. nun möglich werde. Gerhäuser: „Wir müssen unseren Kunden zeigen können, dass unsere Entwicklungen auch funktionieren.“ Der Institutsleiter sah das für die ganze Region bedeutsame Bauvorhaben auch im Wettbewerb mit den anderen IIS-Einrichtungen. Ende nächsten Jahres soll bereits der Betrieb beginnen.

Ein Geschenk

Der Nürnberger Wirtschaftsreferent Roland Fleck unterstrich ebenfalls die Bedeutung des Instituts und der nun anstehenden Erweiterung für die Stadt und weit über ihre Grenzen hinaus. Rückblickend auf eineinhalb Dekaden reibungsloser Zusammenarbeit freute er sich über das erneuerte Bekenntnis der Fraunhofer-Gesellschaft zum Standort. Der Baubeginn sei für ihn „das schönste Geschenk vor dem Abschied aus dem Rathaus“.

Staatssekretär Georg Ried vom bayerischen Wirtschaftsministerium stellte fest, dass die Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat mit seinen Fördermitteln und dem IIS eine „Win-Win-Situation“ sei. Er meinte: „Es geht uns darum, Geld zu Wissen zu machen — aber nur als ersten Schritt. Anschließend geht es darum, dass dieses Wissen in Umsatz und Erträge umgewandelt wird.“

Schließlich ging Günter Rohmer als Projektkoordinator bei Fraunhofer auf die technische Bedeutung von L.I.N.K. ein. Das Projekt sei in seiner Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten einmalig. Konkret entstehen bei Fraunhofer kundenspezifische Lokalisierungs- und Navigations-Lösungen, die auf einem breitgefächerten technologischen Wissen aufbauen. Mit der Fertigstellung des Baus erhalten die Forscher dann die Möglichkeit, die neuesten Technologien auch unter nahezu realistischen Umgebungs-Bedingungen und in praktischen Projekten zu evaluieren und weiterzuentwickeln.

Die Anwendungen können von sehr unterschiedlicher Art sein: Sie reichen von der Positionsbestimmung von Gabelstaplern in Hallen bis zum Sicherheitspersonal in einer Firma. Für Aufgaben wie die sichere Ortung von Feuerwehrleuten in Gebäuden, gäbe es noch „blinde Flecken“, die ab 2012 mit der Kombination von integriertem Test im Gebäude und auf der Freifläche nun beseitigt werden könnten, hieß es. Darüber hinaus sollen auch Kunden und Partner das Testzentrum nutzen können.

Auf vielen Gebieten tätig

Das 1985 gegründete Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS mit dem Hauptsitz in Erlangen und dem zusätzlichen Standort im Nürnberger Nordostpark sieht sich heute als das größte Institut in der Fraunhofer-Gesellschaft. Wissenschaftler forschen in enger Kooperation mit der Industrie unter anderem auf den Gebieten Digitaler Rundfunk, Embedded Communication, Design Integrierter Schaltkreise, Logistik, Medizintechnik und Röntgentechnik.

Bekanntgeworden ist das Fraunhofer IIS weltweit durch die Beteiligung an der Entwicklung des Audiocodierverfahrens mp3. Der hinter L.I.N.K. stehende Bereich Lokalisierung und Navigation liefert zum Beispiel Einzelkomponenten und Komplettlösungen für die Satellitennavigationssysteme GPS und Galileo.