In den meisten entwickelten Ländern ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für Behinderungen. Obwohl die Genese dieser Erkrankung recht gut erforscht ist, herrscht immer noch Unklarheit darüber, welche Rolle Früchte und Gemüse in der Ernährung für das Schlaganfallrisiko spielen. Eine Theorie besagt, dass das Kalium in den Früchten den Blutdruck senkt und die Entwicklung bestimmter freier Radikale hemmt. Erhöhter Blutdruck ist tatsächlich einer der wichtigsten Risikofaktoren für den Schlaganfall. Deshalb empfehlen internationale Fachgesellschaften fünf Portionen Früchte und Gemüse pro Tag. In den meisten Ländern liegt der Durchschnitt jedoch bei drei Portionen.

Genaueres sollte jetzt eine Meta-Analyse zeigen, welche Daten aus acht prospektiven Kohortenstudien betraf. 257.551 Probanden hatten an diesen Studien teilgenommen. Die Nachbeobachtungszeit lag bei durchschnittlich 13 Jahren. In diesem Zeitraum traten 4.917 Schlaganfälle auf.

Personen, die drei bis fünf Portionen Früchte und Gemüse pro Tag aßen, hatten ein elf Prozent geringeres Risiko, von einem Schlaganfall getroffen zu werden als Personen, die weniger als drei Portionen pro Tag zu sich nahmen. Ausgesprochene Fans von Früchten und Gemüse (mehr als fünf Portionen pro Tag) hatten gar ein 26 Prozent geringeres Risiko. Eine Subanalyse zeigte, dass sich der Rückgang der Schlaganfälle unter Frucht- und Gemüsekonsum sowohl auf ischämische als auch hämorrhagische Schlaganfälle bezog.

Experten fordern daher, schon Kinder und junge Menschen dazu zu erziehen, gesunde Früchte und Gemüse zu essen, um ernährungsmitbedingten Erkrankungen wie Schlaganfall und der koronaren Herzkrankheit den Kampf anzusagen. Dazu müssten der Staat, die Industrie und Medien zusammen arbeiten, so heißt es.

MEDICA.de; Quelle: Lancet 2006. Vol. 367, S. 320-326