Gicht ist die häufigste entzündliche Erkrankung bei Männern. Ihre Prävalenz hat sich in den USA in den letzten Jahrzehnten verdoppelt. Zwischen 1977 und 1997 ist die Prävalenz in den USA um 61 Prozent gestiegen. In diesem Zeitraum waren zugleich Softgetränke, die mit Zucker gesüßt sind, die größte Kalorienquelle bei den US-Amerikanern. Fruktose bewirkt einen starken Anstieg an Harnsäure, indem sie die Purinsynthese anregt. Wissenschaftler haben daher vermutet, dass der Anstieg an Softdrinks, die mit Fruktose gesüßt sind, die Inzidenz von Gicht erhöhen müsste.

Stimmt diese Theorie? In weiten Teilen ja, wie jetzt Ergebnisse einer zwölfjährigen Langzeitstudie zeigen: 46.393 Männer ohne Anzeichen einer Gicht hatten sich für diese Studie gewinnen lassen. Mit Hilfe von Fragebögen gaben sie Hyon K. Choi vom “Arthritis Research Centre of Canada”, Vancouver General Hospital, Auskunft über ihre Ernährungsgewohnheiten, insbesondere auch den Genuss von Softdrinks.

Während des Nachverfolgungszeitraums von zwölf Jahren traten 755 Fälle von Gicht auf. Als man diese Fälle mit den Fragebögen abglich, zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang: Wer fünf bis sechs Mal pro Woche einen Softdrink zu sich nimmt, der mit Fruktose gesüßt ist, hat ein 29 Prozent höheres Risiko, an Gicht zu erkranken, als jene Personen, die höchstens einen Fruktosedrink pro Monat zu sich nehmen. Bei einem Drink täglich steigt das Risiko sogar um 45 Prozent und erreicht zusätzliche 85 Prozent bei mindestens zwei Drinks pro Tag (p gleich 0.002). Diese Ergebnisse waren unabhängig von anderen Faktoren, die eine Gicht erleichtern können wie Body Mass Index, Alter, Hypertonie, Alkoholeinnahme und Nierenstörungen.

Bei Diätgetränken konnte man diesen Zusammenhang dagegen nicht beobachten. Sie schienen in Bezug auf eine Gicht ungefährlich zu sein. Übrigens können auch natürliche Quellen von Fruktose, wie zum Beispiel Obst, Äpfel Orangen, das Gichtrisiko erhöhen.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal Early Online