Fumarsäure auch für MS-Patienten

Foto: CT-Aufnahme eines Gehirns

Weniger Entzündungen im Gehirn
durch Fumarsäure; © Pixelio.de

Der Wirkstoff Fumarsäure beeinflusst das Immunsystem so, dass bei MS- Patienten über 70 Prozent weniger neue Entzündungsherde im Gehirn und etwa ein Drittel weniger Schübe auftraten. Das ergab eine Studie an 257 MS-Patienten. Die Fumarsäure ist bis heute die meist verwendete Therapie bei schwerer Schuppenflechte in Deutschland.

Die Schuppenflechte ist wie die Multiple Sklerose eine Autoimmunkrankheit, bei der sich die Immunabwehr gegen körpereigene Zellen richtet. Bei MS wird so die "Isolierschicht" der Nervenzellen zerstört. Die Fumarsäure beeinflusst das Immunsystem bei Schuppenflechte positiv.

Neueste Ergebnisse von Doktor Ralf Linker, Neurologe an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) sprechen nun dafür, dass Fumarsäure über einen zellulären Transkriptionsfaktor Nrf2 Nervenzellen schützt - ein neuer Wirkmechanismus. "Damit wäre diese Substanz eine der ersten, die bei der Therapie der Multiplen Sklerose so genannte Neuroprotektion vermittelt", so RUB-Neurologe Professor Ralf Gold. "Auch würde sie sich optimal für eine Kombinationsbehandlung zum Beispiel mit Interferonen eignen, weil sie die Wirkungen gegenseitig ergänzen."

Die Neurologen hoffen, dass die nun beginnenden Therapiestudien sowie die experimentellen Daten die Therapie der MS weiter verbessern werden. Demnächst starten dazu zwei weltweite klinische Studien mit über 2.000 Patienten.

MEDICA.de; Quelle: Ruhr-Universität Bochum