Gamma-GT steigt mit dem Gewicht

Kilos, Konsum und Geschlecht sind
relevant © Hemera

Die Gamma-GT wird standardmäßig bestimmt, wenn es um Leberschäden und hohen Alkoholkonsum geht. In einer Studie sollte nun untersucht werden, inwiefern der Gamma-GT-Spiegel vom Gewicht der untersuchten Person sowie ihrem Geschlecht beeinflusst wird.

2.490 Freiwillige nahmen an dieser Studie teil. Die Probanden wurden je nach Body Mass Index in verschiedene Gruppen eingeteilt: unter 19kg/m2 (untergewichtig), 19kg/m2 bis 25kg/m2 (normalgewichtig), 25kg/m2 bis 30 kg/m2 (übergewichtig) und mehr als 30 kg/m2 (stark übergewichtig). Je nach Alkoholkonsum benannte man die Probanden zudem als abstinent beziehungsweise mäßige Trinker (ein bis 40 Gramm Ethanol pro Tag.

Den deutlichsten Einfluss auf den Gamma-GT-Spiegel hatte das Geschlecht der Probanden (p kleiner 0.0001) und der Body Mass Index (p kleiner 0.001) sowie die Trinkgewohnheiten (p kleiner 0.01). Männer haben demnach einen höheren Gamma-GT-Spiegel als Frauen. Außerdem steigt der Spiegel mit dem Gewicht. Die höchsten Gamma-GT-Spiegel hatten die mäßigen Trinker mit hohem BMI. Die Korrelation zwischen dem Body Mass Index und dem Gamma-GT-Spiegel war bei Männern (r gleich 0.24) stärker als bei den Frauen (r gleich 0.15; p kleiner 0.05).

Auch wenn die Studie einige Schwächen hatte, zum Beispiel nichts über die Art des eingenommnen Alkohols aussagte, so zeigt sie doch nach Ansicht der Studienleiter sehr deutlich: Die Serumspiegel der Gamma-GT reagieren additiv auf Alkohol und steigendes Gewicht. Dies sollte bei der Bewertung der gemessenen Werte berücksichtigt werden. Da das Gewicht in Zukunft eher steigen und auch der Alkoholkonsum kaum sinken wird, dürften erhöhte Gamma-GT-Werte in Zukunft tendenziell häufiger vorkommen als heute.

MEDICA.de; Quelle: American Journal of Clinical Nutrition 2006, Vol. 83, S. 1351-1354