Ganzheitliche Betreuung bei Bluthochdruck

Gene haben großen Einfluss auf
unseren Blutdruck
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Rund 200 Bluthochdruck-Patienten sind mittlerweile in das Programm an der Medizinischen Klinik und Poliklinik D des Universitätsklinikums Münster (UKM) aufgenommen worden.

Der viel versprechende fachübergreifende Ansatz von Projektleiterin PD Dr. Eva Brand, in den neben Nieren- und Bluthochdruck-Experten auch Kardiologen, Gynäkologen, Psychologen und Psychosomatiker sowie gleichermaßen Sport- und Ernährungsexperten einbezogen sind, hat nicht zuletzt auch das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium überzeugt. Dort wurde das Projekt jetzt ausgewählt und in den Projektverband "Gesundes Land NRW" aufgenommen.

Ziel des von Dr. Brand und Prof. Dr. Hermann Pavenstädt entwickelten Programms ist eine individuell zugeschnittene Behandlung bei Hypertonie auf der Grundlage des genetischen Risikoprofils der einzelnen Patienten, da der individuelle Blutdruck bis zu 65 Prozent durch Erbfaktoren bestimmt wird.

Das von Brand geleitete genetische Forschungslabor am UKM ist eines von bundesweit wenigen Einrichtungen, wo entsprechende genetische Untersuchungen durchgeführt werden können. Wichtig ist die Bestimmung typischer Erbfaktoren etwa im Hinblick auf die Entstehung und den Verlauf der Erkrankung.

Zukünftiges Ziel ist die Auswahl und Dosierung der einzelnen Medikamente in Abhängigkeit vom erblichen Profil (Pharmakogenetik), denn besondere Genvarianten können dazu führen, dass die einzelnen Präparate schneller oder langsamer im Körper verstoffwechselt werden. Die Standarddosis muss dadurch erhöht oder reduziert werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen und Nebenwirkungen zu vermeiden.

MEDICA.de; Quelle: Westfälische Wilhelms-Universität Münster