23.08.2007

Siemens AG, Medical Solutions

Ganzheitlicher Umweltschutz in der Medizintechnik

Neueste Umweltkonzepte von Siemens für medizintechnische Geräte – von der Produktion über die Nutzung bis hin zur Wiederverwendung und Entsorgung:

Nicht erst seit „Klimawandel“ und „Energieeffizienz“ in aller Munde sind, unter¬nimmt Siemens hohe Anstrengungen, seine Produkte und Systeme hinsichtlich ihrer Wirkungen auf Mensch und Umwelt systematisch zu verbessern. Dies gilt insbesondere auch für Siemens Medical Solutions (Med). So verbrauchen neue Computertomographen 30 Prozent weniger Energie, enthalten 80 Prozent weniger Blei und erzeugen bis zu 58 Prozent weniger Röntgenstrahlung als bisherige Geräte. Und wiederaufbereitete medizintechnische Geräte erhalten für ihre ökologische Verträglichkeit das Qualitätssiegel „Proven Excellence“. Umfassende Qualitätsnormen gelten für alle Phasen medizintechnischer Systeme von der Produktion über die Nutzung und Wiederverwendung bis zur Entsorgung. Entsprechend dem ganzheitlichen Ansatz der Europäischen Kommission zur Integrierten Produktpolitik berücksichtigt Siemens alle relevanten Umweltaspekte über den gesamten Produktlebenszyklus.

Gebrauchte Geräte soweit wie möglich wieder zu verwenden, ist ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensphilosophie: Ressourcen werden geschont, indem der Lebenszyklus eines Produkts verlängert wird. So werden beispielsweise gebrauchte Computer- und Magnetresonanztomographen, Ultraschall-, Strahlentherapie- und Röntgengeräte zurückgenommen und anschließend von dem eigenen Geschäftsgebiet Refurbished Systems (RS) wieder aufgearbeitet. Dies erfolgt in einem umfangreichen, fünfstufigen Qualitätsprozess (Geräteauswahl, qualifizierte Demontage, Aufarbeitungsprozeß, Installation, Sachmängelhaftung), für den die gleichen hohen Qualtitäts-Standards gelten wie für neue Geräte. Danach verlassen die Systeme die Fertigung mit dem Qualitätssiegel „Proven Excellence“ und werden in die ganze Welt verkauft. Ökonomische und effiziente, auf den Kunden zugeschnittene Gebrauchtsysteme der Spitzenklasse ergänzen so das innovative Produktportfolio von Siemens Medical Solutions. RS leistet somit einen erheblichen Beitrag zur Umweltinitiative der Siemens AG. Zudem werden mit diesem ganzheitlichen Ansatz jährlich 10.000 Tonnen CO2-Ausstoß vermieden. Diese Einsparung entspricht dem elektrischen Energiebedarf von 3.000 Drei-Personen-Haushalten pro Jahr.

Ganzheitlicher Umweltschutz
Die Ökobilanzierung zeigt, dass die Umweltauswirkungen in der Nutzungsphase der Medizingeräte deutlich größer sind als die in der Herstellungsphase. Während etwa der Magnetresonanztomograph (MRT) Magnetom Avanto beim Kunden im Einsatz ist, benötigt er die meiste Energie seiner gesamten Lebenszeit: 88 Prozent. Für Herstellung und Verwertung werden die restlichen zwölf Prozent aufgewendet. Ähnlich sieht es bei den meisten anderen langlebigen Elektro- und Elektronikprodukten aus. Siemens setzt deshalb auf ganzheitlichen Umweltschutz. Das heißt, die Geräte werden so konzipiert, dass so wenig negative Umweltauswirkungen wie möglich entstehen – über alle Lebensphasen der Systeme. Dies betrifft alle Phasen von der Materialauswahl und der Herstellung über die Nutzung bis hin zur Verwertung.

Preisgekrönt: der Computertomograph Somatom Definition
Bei einer Herzuntersuchung erzeugt der Computertomograph (CT) Somatom Definition – je nach Pulsfrequenz des Patienten – bis zu 58 Prozent weniger Röntgenstrahlung bei deutlich verbesserter Bildqualität. Dadurch ist die Untersuchung erheblich schonender für den Patienten. Um die Röntgenstrahlung zu erzeugen, braucht das Gerät Strom. Die Dosisreduktion der Strahlung schützt also nicht nur den Patienten, sondern spart auch Energie und schont so die Umwelt. Insgesamt verbraucht der CT bei einer definierten Standarduntersuchung 30 Prozent weniger Energie als sein Vorgängermodell. Statt vorher 110 Kilogramm Blei sind nur noch 19 Kilogramm im Somatom Definition enthalten – also über 80 Prozent weniger Blei. Diese restliche Bleimenge ist noch nötig, um die Röntgenstrahlung abzuschirmen. Durch diese Verbesserungen gelang es den Entwicklern, die Umweltbelastungen bei der Herstellung zu reduzieren und in der Nutzungsphase die Voraussetzungen für einen verringerten Energiebedarf zu schaffen. Die Hochleistungsröntgenstrahler des CT werden zurückgenommen, in einem aufwändigen qualitätsgesicherten Prozess aufgearbeitet und wieder eingesetzt. Med gewann für seine Leistungen im Umweltschutz rund um den Somatom Definition 2006 den internationalen Umweltpreis der Siemens AG.

Produkt-Umweltdeklarationen
Um seine Kunden über die Umwelteigenschaften der Medizingeräte zu informieren, werden von Siemens Produkt-Umweltdeklarationen erstellt. In Zukunft können Kunden so vor dem Kauf beispielsweise Folgekosten beurteilen, die mit dem Betrieb von Siemens-Medizingeräten entstehen. Med hat dafür gemeinsam mit Vertretern von Krankenhäusern und führenden Medizintechnikherstellern untersucht, welche Angaben die Produkt-Umweltdeklaration enthalten muss. Immer wenn in Zukunft ein neues Med-Produkt auf den Markt kommt, erscheint gleichzeitig diese Broschüre, die Auskunft gibt über Inhaltsstoffe, Energieverbrauch, Strahlungsintensität, Ersatzteilverbrauch der Geräte und andere entscheidungsrelevante Aspekte. Für die MRT-Systeme Magnetom Avanto und Espree sowie für das CT-System Somatom Definition gibt es eine solche Produkt-Umweltdeklaration bereits.

EMAS
Das Umweltmanagementsystem der Europäischen Union, genannt EMAS (Eco Management and Audit Scheme) ist das System mit den strengsten Anforderungen weltweit. Seit 1996 setzen es alle deutschen Med-Standorte freiwillig um: Jedes Produkt, jeder Arbeitsschritt wird wiederkehrend überprüft. Unabhängige, staatlich zugelassene EMAS-Gutachter überprüfen jedes Jahr, ob die Umweltschutzrichtlinien in den Produktionsstandorten eingehalten werden. Darüber hinaus bewerten die Auditoren, ob tatsächlich Verbesserungen bei den bedeutenden Umweltaspekten erreicht wurden. Die Umweltgutachter überprüfen auch die Informationen in der jährlich publizierten Umwelterklärung auf Plausibilität. Die Informationen über umweltrelevante Tätigkeiten, Verfahren, Energie- und Materialverbräuche, Schadstoffemissionen, Einflussnahme auf das Umweltverhalten der Lieferanten aber auch erreichte Umweltleistungen genießen so eine hohe Vertrauenswürdigkeit.

Das Ziel, Umweltbelastungen zu minimieren, verfolgt Med international. Die interne EH&S-Politik (Environmental, Health and Safety) und das EH&S-Managementsystem gelten weltweit für alle Standorte und für alle Produkte.

Siemens Medical Solutions ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Der Bereich steht für innovative Produkte und Komplettlösungen sowie für ein umfangreiches Angebot von Dienst- und Beratungsleistungen. Abgedeckt wird das gesamte Spektrum von bildgebenden Systemen für Diagnose und Therapie, über die Molekularmedizin und die Audiologie bis hin zu IT-Lösungen. Jüngste Akquisitionen auf dem Gebiet der Labordiagnostik (In-Vitro) – wie die Diagnostic Products Corporation und Bayer Diagnostics – ebnen den Weg dazu, weltweit erstes integriertes Diagnostik-Unternehmen zu werden. Mithilfe all dieser Lösungen ermöglicht Siemens Medical Solutions seinen Kunden, sichtbare Ergebnisse sowohl im klinischen, als auch im administrativen Bereich zu erzielen – so genannte „Proven Outcomes“. Innovationen aus dem Hause Siemens optimieren Arbeitsabläufe in Kliniken, Praxen sowie im Rahmen einer integrierten Gesundheitsversorgung und führen zu mehr Effizienz. Siemens Medical Solutions beschäftigt weltweit mehr als 41.000 Mitarbeiter und ist in über 130 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2006 (30. September) erzielte Siemens Medical Solutions einen Umsatz von 8,23 Mrd. € sowie einen Auftragseingang von 9,33 Mrd. €. Das Bereichsergebnis betrug 1,06 Mrd. €. Weitere Informationen unter: www.siemens.com/medical.