Zu den schwerwiegenden Komplikation einer Mehrfachchemotherapie bei Kindern gehören avaskuläre Osteonekrosen (ON). Um insbesondere gelenknahe ON möglichst frühzeitig behandeln zu können, sollte das gesamte Befallsmuster abgebildet werden. In einer Studie wurde nun untersucht, welche Wertigkeit die Ganzkörper-Magnetresonanztomographie (MRT) für den Nachweis von avaskulären Osteonekrosen hat im Vergleich zu konventionellen Röntgenaufnahmen und klinischen Symptomen.

Fünf Patienten mit onkologischen Erkrankungen im Alter von 13 bis 16 Jahren nahmen daran teil. Alle berichteten von neu aufgetretenen Knochenschmerzen. Sie erhielten eine konventionelle Aufnahme der betroffenen Region und zusätzlich eine Ganzkörper-MRT. Die Bildgebung im Bereich Hals, Thorax, Abdomen und Becken, obere und untere Extremität, erfolgte in koronarer Schichtorientierung, ergänzend erfolgte die Darstellung der Füße in sagittaler Ausrichtung. Vier der fünf Patienten hatten mindestens eine Ganzkörper-MRT-Verlaufskontrolle, im Durchschnitt nach zehn Monaten.

In keinem Fall zeigte die primäre konventionelle Röntgenuntersuchung eine Veränderung. Die Ganzkörper-MRT wies bei vier von fünf Kindern osteonekrosetypische Läsionen auf. Die Lokalisationen der klinisch auffälligen Läsionen verteilten sich auf Kniegelenk (3) und Tibia/Sprunggelenk (4). Klinisch asymptomatische Lokalisationen zeigten sich mit folgendem Verteilungsmuster: Fünf Mal am Humerus, vier Mal am Hüftgelenk, sechs Mal am Kniegelenk, vier Mal am Sprunggelenk. Die Größe variierte zwischen kleinen fokalen Herden bis zu einer Ausdehnung von 90 Prozent des Transversaldurchmessers. Am besten waren die Läsionen in stark T 2-gewichteten Sequenzen (TIRM) zu entdecken, die nativen T 1-gewichteten Sequenzen waren zur Diagnosestellung am hilfreichsten.

MEDICA.de; Quelle: Fortschritte auf dem Gebiet der Röntgenstrahlung 2008, Vol. 180, S. 238-245