Für die Behandlung schwerer Herzerkrankungen könnte diese Entwicklung eine Revolution bedeuten: Winzige Gasbläschen, die in die Blutbahn injiziert werden, transportieren Gene oder Arzneimittel ins Herz.

Durch Ultraschall werden sie am Zielort zerstört, der Inhalt wird freigesetzt und entfaltet dort seine Wirkung - und das voraussichtlich ohne Nebenwirkungen. Verwendet werden dafür Kontrastmittel für Ultraschalluntersuchungen, die schon lange bei Patienten im Einsatz sind. Nach Einsatz besonders hoher Ultraschallenergie platzen die Bläschen.

Dr. Raffi Bekeredjian hat dieses Verfahren in den letzten Jahren gemeinsam mit Wissenschaftlern der University of Texas entwickelt. Im Sommer 2004 kehrte er zu seiner Arbeitsgruppe in der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg zurück. Dort wird er diese Methode etablieren und bis zur klinischen Anwendung weiterführen - mit Hilfe der ca. 900.000 Euro Fördersumme des BioFuture Preises 2004, der ihm im Januar vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Berlin verliehen wurde.

In seinen Arbeiten haben Dr. Bekeredjian und seine amerikanischen Kollegen bereits den Beweis erbracht, dass die Microbubbles tatsächlich als Träger von Genen und Arzneimitteln funktionieren. Sie veröffentlichten 2003 Ergebnisse von Tierversuchen, die bewiesen, dass die Mikrobläschen tatsächlich Gene nach Ultraschall-Beschallung fast ausschließlich im Herz freisetzen, die dort dann aktiv werden. Die verwendeten Gene produzierten mehr als vier Tage lang einen Leuchtstoff im Herzen, der kaum in anderen Organen zu finden war.

Von den Blasen als Genfähren versprechen sich die Heidelberger Forscher zudem geringere Risiken für den Patienten. Die Microbubbles seien nicht nur Genfähren, sondern auch Medikamenten-Transporter. In einem Tierversuch zeigten die Forscher, dass ein leuchtender Eiweißstoff mit Hilfe der zerplatzten Bläschen in hoher Konzentration ins Herz eingebracht werden kann.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg