Ziel des geförderten Projekts ist es, die Entwicklung von Impfstoffen gegen Hepatitis C voranzutreiben. "Der Zuschlag ist für uns ein einzigartiger Erfolg", erklärt Professor Rudi Balling, Wissenschaftlicher Geschäftsführer der GBF und Projektleiter. "Die Konkurrenz war enorm." Besonders freue ihn, so Balling, dass Forschungseinrichtungen, die weltweit höchstes Renommee genießen, an dem Antrag beteiligt seien. Dazu gehörten neben den beiden deutschen Forschungseinrichtungen unter anderen das Pariser Pasteur-Institut und die Rockefeller-University in New York.

Mit dem Projekt soll eine der bedeutendsten Infektionskrankheiten weltweit angegangen werden. Insgesamt sind etwa 170 Millionen Menschen mit dem Hepatitis C-Virus (HCV) infiziert, die meisten von ihnen in den Entwicklungsländern. In Deutschland sind bis zu 600.000 Menschen an einer chronischen HCV-Infektion erkrankt. "Das zeigt, dass alle Anstrengungen unternommen werden müssen, um einen Impfstoff gegen Hepatitis C zu entwickeln", sagt Professor Dr. Michael P. Manns, Direktor der MHH-Abteilung Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie.

Am effizientesten im Kampf gegen HCV wäre der flächendeckende Einsatz eines leicht handhabbaren und wirksamen Impfstoffs. Seiner Entwicklung stehen aber grundsätzliche Hindernisse entgegen. So muss jeder Impfstoff, bevor er Menschen verabreicht wird, an Versuchstieren überprüft werden. Dies ist bei HCV nur schwer möglich: Das am besten zu handhabende Versuchstier, die Maus, ist immun gegen das Virus - nur in menschlichen Leberzellen vermehrt sich der Erreger.

Dem Manko will das Konsortium abhelfen: Es wird Methoden erforschen, um im Körper von Mäusen menschliche Leberzellen und Immunzellen anzusiedeln. Dann lässt sich an den Tieren sowohl die Infektion mit HCV als auch die Reaktion auf potenzielle Impfstoffe studieren.

MEDICA.de; Quelle: Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF)